Mittwoch, 26. März 2008

Orchha - Khajuraho - Varanasi





Letzte Woche waren hier von der deutschen Schule aus auch Osterferien und somit hatte ich Zeit um mir die Umgebung anzuschauen. Umgebung ist in Indien auf Grund der Landesgröße allerding ein sehr weiter Begriff! Delhi - Varanasi entspricht etwa der Entfernung München-Paris. Zunächst war es allerdings schon ein größerer Act bis ich am Montag endlich meine Zugtickets hatte, denn wegen dem anstehenen Feiertag "Holi" (Fest der Hindus zum Frühlingsanfang) waren viele Züge ausgebucht und dann hab ich mich auch noch von so Kerlen am Bahnhof an der Nase herumführen lassen. Dort behaupten sie nämlich gerne mal, dass das International Tourist Bureau, wo man als Ausländer easy Tickets bekommen kann, nicht mehr existiert oder umgezogen ist und schleppen einen dann "freundlicher Weise" in eine der zahlreichen Travel Agencies, wo man überteuerte Tickets angedreht bekommt. Und so befand ich mich nach einigem Suchen auch in so einer Agency, von der ich dachte es sei das gesuchte Touri-Büro. Zum Glück hab ich mich nicht dazu überreden lassen das "letzte Ticket nach Varanasi für die kommendnen 4 Tage" zu kaufen, sondern hab mich zu nem anderen Büro schicken lassen, welches auch im Lonely Planet aufgeführt war. Dort waren schließlich für alle Tage Tickets verfügbar und der Kerl dort hat mich aufgeklärt, dass ich zuvor natürlich nicht im International Tourist Bureau (ITB) war... Da dort dann aber das System abgestürtzt ist und somit keine Tickets ausgedruckt werden konnten, hat mir schließlich der Kerl erklärt wo das gesuchte Büro wirklich ist und mit eingetrichtert, dass ich sonst keinem glauben soll, der mir was anderes erzählt. Also wieder an ins Auto (=Abkürzung für Autorikscha) und zurück zum Bahnhof zum ITB. Dort habe ich schließlich, nach einer insgesamt ca. 5stündigen Rumgurkerei, bekommen, was ich wollte. Fix und alle kam ich zuhause an und dann hieß es schnell packen, weil es schon am nächsten morgen um 7 Uhr losgehen sollte nach Orchha. Zuerst bin ich mit 6 Stunden mit dem Zug nach Jhansi gefahren, wo man von Leuten, die einem Taxis und Autorikschas nach Orchha und Khajuraho andrehen wollen, wird. Nach einigem suchen hab ich schließlich zu dem im Reiseführer angegebenen Preis ein Auto (gesprochen übrigens: oto) gefunden, womit ich dann die 18km nach Orchha zurückgelegt habe. Orchha ist ein sehr schönes, kleines, an einem Fluß gelegenes indisches Dorf, welches für seine Palastanlagen und seine Authentizität und Ruhe bekannt ist. Ich habe in einem kleinen Hotel übernachtet und der Sohn des Besitzers hat mich am Nachmittag und Abend noch durch das Dorf geführt, mir einige schöne Ecken gezeigt und mich zum Abendgebet in den Tempel geschleppt. Das war sehr interessant- vor allem weil er mir einiges über Reinkarnation und die ganze hinduistitsche Götterwelt erklärt hat. Krishna, Rama, Hanuman, Vishnu, Shiva und Co... Am nächsten Tag habe mich mir dann den Palast angeschaut, wofür ich mit 4€ genauso viel bezahlt habe wie für die Übernachtung. Aber es hat sich gelohnt! Nachmittags gings dann mit dem Local Bus weiter nach Khajuraho. Die 5 stündige Busfahrt (für 180 km!) für 1,50€ war ein wahnsinniges Erlebnis! In Deutschland hätte dieser klapprige Bus für max. 50 Personen Sitzplatz geboten, hier fanden auf irgendeine Weise ca doppelt so viele Personen Platz in dem Bus. Gepäck auf dem Dach verstaut und dann laut Hindi-Mukke an! Echt crazy! Da die Menschen in den ländlichen Regionen nicht so oft Westler sehen, war ich mit meinem Aussehen natürlich ne mega Attraktion in dem Bus, sodass ich die ganze Zeit angestarrt wurde, auf hindi zugequatscht und in die Backe gekniffen bekam. Sehr sehr lustig alles! In Khajuraho angekommen, fand ich schnell eine Unterkunft und bin nur nochmal kurz raus, um Geld abzuheben und zu Abend zu essen. Doch schon bei dem kurzen Trip, wurde ich stetig von min 3 Leuten verfolgt, die mich in ihren SouvenirShop zerren wollten oder sich mit mir unterhalten wollten. Total nervig- erstrecht nach dieser erschöpfenden Busfahrt bei 37°Grad. Am nächsten Morgen änderte sich das kaum und sogar Leute, die ich am Abend zuvor schon weggeschickt hatte, weil ich alleine sein wollte, kamen wieder an und schwätzten mich zu. Wuuuahhh! Somit war ich sehr froh, dass ich in diesem touristischen Dorf nur für eine Nacht Station machte, auch wenns dadurch etwas stressig wurde. Donnerstag morgen schaute ich mir also die Tempelanlagen an, die teilweise sogar zum Weltkultutrerbe gehören. Ca 80 Tempel wurden um den Ort Khajuraho zwischen 900-1000 erbaut. Doch erst Anfang des 20. Jahrhunderts wurden sie entdeckt und 30 von ihnen ausgegraben. Sie werden auch temples of love genannt, weil die Tempel detailgetreu mit Kama Sutra Abbildungen versehen worden sind. Wirklich krass! Alle Tempel voll mit erotischen Bildern in allen Größen, die in den Sandstein gemeiselt sind!
Nachdem ich diese beeindruckenden Bauwerke besichtigt hatte schaute ich mir noch den Local Market an und nachmittags ging es mit dem Bus weiter nach Satna, von woaus ich mit dem Nachtzug nach Varanasi gefahren bin. Glücklicher Weise lernte ich bereits im Bus ein belgisches Pärchen kennen, mit welchem ich dann gemeinsam die Wartezeit am Bahnhof überbrückte und herausfand an welchem gleis der Zug abfahren sollte und wo man sich am Bahnsteig hinstellen musste, um in den richtigen Wagon zu kommen. Das ist sehr wichtig, da nicht alle Wagons Verbindungstüren haben. Allerdings erzählte uns jeder was anderes, sofern wir überhaupt verstanden wurden, sodass ich letzten Endes doch am komplett falschen Ende des Zuges wartete. Aber es ging trotzdem alles gut, sodass ich wenig später den Komfort eines indischen Nachtzugs genießen konnte. In meinem klimatisierten Abteil gabs 2 Stockbetten, wofür jeder frische Lacken, Kissen und Decke bekam. Da ich sehr müde war legte ich mich sofort schlafen, auch wenns erst 20h uhr war. Nach einer doch recht bequemen Nacht kam ich um 7 Uhr in Varanasi an, wo ich von einem der Mitarbeiter des Hotels, was mir der Hotelbesitzersohn in Orchha vermittelt hatte, von Bahnhof abgeholt wurde. Nach ner kurzen Dusche und Frühstück auf der Dachterasse des Hotels hat mic einer der Mitarbeiter zum nahegelegenen Shivala Ghat begleitet und mir auf dem Weg dorthin einiges gezeigt und erklärt. Ghats sind die Treppenabschnitte am Fluss Ganges, über die die Hindus zum Bad im heiligen Fluss ins Wasser gelangen. Mehr als 80 dieser breiten Treppen gibt es in Varanasi und es ist immer einiges los am Ufer. Baden, Waschen, Beten usw. Da Hindus, wenn sie in Varanasi sterben, verbrannt und die Asche in den Ganges geworfen wird, dirket ohne Reinkarnation ins Nirvana kommen, gibt es direkt am Ganges 2 Feuerstellen, wo ununterbrochen Leichen verbrannt werden. Als ich nun dort stand konnte ich Zeuge von 2 solcher Szenarien werden. Unglaublich. Ich bin immernoch am verarbeiten und weiß bis jetzt nicht was ich davon halten soll... Sehr krass ist auch, dass die Hindus in dieser heiligen Dreckbrühe auch baden, Kleider waschen und letztlich aber das Wasser auch regelmäßig trinken - bei 1,5 mio Colibakterien pro 100ml Wasser müssen sie da schon ganz schön abgehärtet sein. Gewässer, die in Europa zum Baden frei gegeben werden, dürfen nicht mehr als 500 Bakterien pro Liter aufweisen!
Später bin ich dann nochmal alleine losgezogen und ein wenig in engen Gassen herumspaziert. Unter anderem wollte ich mir ein paar billige Klamotten für den anstehenden Feiertag Holi kaufen. Denn die Hindus begrüßen den Frühling mit einem wahnsinnigen Fest, an dem sie wie wild mit Puder-Farbe und mit buntem Wasser gefüllten Wasserbomben um sich schmeißen! Doch schon kurz nachdem ich losgegangen war, hatte eine Gruppe Jungs mich zur Zielscheibe erklärt und ich war von oben bis unten blau, rot, grün und lila! Meine Kleiderwahl für Holi hatte sich nun also von selbst geklärt...
Samstag war nun der eigentliche Tag, an dem Holi gefeiert wurde, auch wenns vorher schon ganz schön bunt herging. Von eingigen Seiten hatte ich schon zuvor mitbekommen, dass die Inder vor allem hier in Norden an diesem Festtag total ausflippen und die Mitarbeiter des Hotels haben sogar Ausgangssperre für weibliche Gäste bis Nachmittags um 4 erteilt. Das Fest feiern zumindest morgens nur Männer, die nun die einzige Chance des Jahres nutzen, um über die Stränge zu schlagen. Sie trinken öffentlich, maßlos Alkohol, beschimpfen und umarmen sich und reißen sich wohl sogar Klamotten vom Leib. Alles mit einem recht öbszönen Touch... Und natürlich Farbe ohne Ende! Ein Österreicher aus dem Hotel hat sich vormittags aus dem Hotel gewagt. Als er zurückkam, trug er nurnoch seine Hose und einen Restfezten seines Tshirts um den Hals und sein Körper war komplett blau und grün.
Aanchal, meine Mitbewohnerin aus Delhi, kam morgens mit dem Nachtzug aus Delhi an. Mit ihr, den anderen Hotelgästen und vor allem dem Mitarbeitern des Hotels haben wir dann mit ganz
viel Farbe auf der Dachterasse des Hotels gefeiert. Es wurde auch getanzt, aber da das doch auf eine recht anstößige Art und Weise geschah, haben wir Mädels uns da lieber raus gehalten. Nachmittags kehrte schließlich urplötzlich wieder Normalität ein. Alle gingen duschen, um sich von dem Farbfilm zu befreiben, zogen ihre besten Kleider an und machten sich auf den Weg, um gesittet im Kreise der Familie Holi zu feiern. Auch Aachnal, Lino, der bereits erwähnte Österreicher, und ich machten uns "schick" und schlenderten am Ganges entlang zu einem Rooftop Restaurant um zu abend zu essen. Von dem vormittaglichen Ausnahmezustand war nichts mehr zu merken! Am Dasashvamedh Ghat, dem Haupt-Gaht von Varanasi konnten wir noch die allabendliche Gebetszeremonie verfolgen. Lautes Glockenläuten, Musik, Gesang, Feuer, der Geruch von Räucherstäbchen, Kinder die Blumen verkaufen, endlos viele Menschen - eine wirklich beeindruckende Zeremonie!
Sonntag morgen sind Aachnal und ich früh aufgestanden, um bei Sonnenaufgang eine Bootstour auf dem Ganges zu machen. 2 Stunden lang ließen wir uns von einem alten indischen Mann in einem uralten Ruderboot an den Ghats entlang schippern. Es war schon richtig viel los und wir konnten Menschen beim Baden im Fluß und beim beten und an den 2 Feuerstellen auch Leichenverbrennungen beobachten. Das schummerige Licht bei Sonnenaufgang schuf eine sehr mysthische, unbeschreibliche Athmosphäre!
Tagsüber waren wir durch die kurze Nacht und die Hitze ein bisschen träge und haben unsug z durch die Straßen und Shops der Stadt treiben lassen. Vieles ist in Varanasi noch günstiger als in delhi, sodass wir mit einigen Tüten ins Hotel zurückkehrten! Um 19h nahmen wir den NAchtzug zurück nach Delhi und so überwältigend Varanasi auch war, reichten die 3 Tage auvh und ich war irgendwie froh abzureisen. Die Stadt ist unheimlich eng, dreckig und es gibt an allen Ecken stinkende Müllhaufen und überall liegen Kuhfladen rum. Und durch die Leichenverbrennungen liegt meiner Meinung nach ein sehr sonderbarer, süßlicher Geruch über der Stadt, den ich irgendwann nicht mehr aushalten konnte!
Montag morgen um 10 kamen wir nach diesem beeindruckenden Trip wieder in Good New Delhi an!

Liebe Grüße,

*Wibke*

Sonntag, 16. März 2008

Klassenfahrt nach Rishkesh


Am Montag Morgen um 5.45h gings los Richtung Himalaya mit 25 Kids der 5.-7. Klasse und 4 Kollegen! Zunächst mit dem Bus zum Bahnhof, wo wir von einem Mitarbeiter von "Snow Leopard Adventures", der Agentur über die die gesamte Fahrt organisiert war, empfangen wurden. Er hat dann die gesamte Trupppe durch das Gemenge in den richtigen Zug manovriert, wo wir schließlich erstmal bei viel Chai und indischem Frühstück (der Zugservice in der oberen Klassen ist top!) 4,5 Stunden verweilen durften. Angekommen in Haridwar ging es nochmal 1,5 Stunden mit einem klapprigen, alten Bus weiter über holprige, schmale Straßen vorbei an Rishikesh-Stadt zum Camp. Bei der Fahrt hab ich ganz schön geschwitzt und musste des öfteren die Augen schließen aus Angst, dass wir gleich den Abhang, an dem wir uns entlanggeschlängelt haben, hinunterstürzen. Im Camp erwartete uns Zelten-Deluxe: riesige Hauszelte mit 1-3 Feldbetten und jeweils mit nem kompletten Badezimmer ausgestattet! Ich dacht ich seh nich recht. Und dann kommt hinzu, dass man den steilen Abhang von der Straße zum Camnp seine Sachen getragen bekommen hat und auch ansonsten wurden wir rundum versorgt- sogar die Betten wurden gemacht! Echt krass! So campt man also in Indien. Der Platz war total schön im nem Tal direkt an nem Nebenfluss des Ganges gelegen. Nach Ankunft haben wir unter Führung unserer Camp-Guides die Umgebung erkundschaftet und dabei auch einige Locals getroffen, die sich sichtlich über unsere Anwesenheit gefreut haben und gerne für einige Fotos geposed haben. Später waren wir noch im Fluss baden und abends gabs ein Lagerfeuer! Alles wurde von den Campleuten organisiert und sie haben auch darauf geachtet, dass die Kids im Wasser und am Feuer keinen Unfug bauen, sodass die Zeit ohne geplante Aktivitäten recht gechillt war für uns Lehrer!
Dienstags gabs morgens um 7 erstmal eine Yogasession mit einer professionellen Lehrerin, die extra für uns vorbei kam! Hat mit total Spass gemacht und ich werde schauen das nun auch hier in Delhi öfters zu machen. Später haben wir uns alle in der KLetterwand versucht, mit ganz unterschiedlichen Erfolgen. Manche Kids waren blitzschnell oben und hatten keine Probleme den oberen Teil, der ca. 30 Grad nach vorne geneigt war, zu überwinden oder sogar mit verbundenen Augen, nur unter Direktion eines Lehrers, oben anzukommen, während andere kaum 2 Meter weit kamen. Auch ich hatte große Bedenken es zu schaffen, aber wie sich glücklicher Weise rausstellte zu Unrecht :). Nachmittags stand dann Raften auf dem Ganges auf dem Programm! Auf 3 Boote aufgeteilt stürzten wir uns die Fluten des heiligen Flusses hinunter! Natürlich sind wir auch fast alle mal ins eisige Wasser gefallen bzw spätestens als wir schließlich von einem 6m hohen Felsen in den Fluss gesprungen sind, war jeder klatschnass! In Rishikesh sind wir wieder an Land gegangen und konnten dort noch einigen Sadhus (Hindus, die ein streng religöses asketisches Leben führen) beim Bad im heiligen Fluss zusehen...
Mittwoch haben wir einen Ausflug in ein anderes Camp gemacht, von woaus wir dann eine Radtour starteten. Um die Sattel zu lösen und in die richtige Höhe zu bekommen, wurde nicht, wie man vllt erwarten könnte Öl benutzt, sondern kräftig mit nem Hammer drauf rum gekloppt, bis sich was bewegt hat. In entsprechender Verfassung waren somit auch der Räder! Aber da die Gegend dort flach war, brauchten wir auch keine top Räder und machten eine schöne Tour in toller Natur. Nach dem Mittagessen im "befreundeten" Camp machten sich einige nochmals mit den Rädern auf den Weg, da es hieß, dass unweit eine wilde Elefantenherde gesichtet worden sei. Leider kam die Truppe erfolglos zurück, aber krass genug, dass wir uns einem Nationalpark befanden, wo Elelfanten frei herumstapfen! Nachmittags bei der Jeep-Safari im Rajaji National Park haben wir schließlich Elefanten sichten können, wenn auch nur aus ca. 600m Entfernung. Neben Elefanten haben wir noch haufenweise Rehe, Pfauen, Affen, Wildschweine und Vögel in den schillernsten Farben gesehen. Es gibt dort wohl auch Leoparden, aber wer diese beobachten will, muss eher im Morgengrauen kommen, wenn die auf Jagd sind... wir haben lediglich die Fussabdrücke von Leoparden im Sand bestaunen dürfen!
Donnerstag gings früh morgens los, um einen der umnliegenden Berge zu erklimmen. Von 600 auf über 1000 Höhenmeter führte uns unser Hike vorbei an einem Wasserfall, abgelegenen Häusern (incl einer Dorfschule mitten in den Bergen) und wunderschönen, terassenförmigen, grünen Weizenfeldern. Fast 3 Stunden gings stetig bergauf, sodass wir oben angekommen unser packed Lunch bei fantastischer Aussicht erst recht genießen konnten. Die Lehrer hatten ein wenig Bedenken, dass nicht alles Kids den Marsch durchhalten würde und auch einige Schüler, die keine Lust darauf hatten, äußerten die Vermutung, dass wir sie umbringen wollten mit diesem Hike. Aber letztlich sind wir nach 2 Stunden Abstieg alle wohl behalten, wenn auch gut erschöpft im Camp angekommen. Für mich war diese Wanderung mit das tollste der gesamten Fahrt, da die Landschaft à la "Geo-Welt von oben" mich wirklich beeindruckt hat!
Zum Abschluss gabs donnerstag Abend noch ein BBQ und zum ersten Mal seit ich in Indien bin, hat es geregnet! Was aber letztlich nich so schlimm war, weil so die Kids problemlos ins Bett gingen und somit besser für die Abreise am nächsten Morgen um 3.30 gewappnet waren! Mit Bus und Bahn bei Nacht und Nebel gings zurück nach Delhi, wo die Kids sehnlichst erwartet wurden.
Es war ein toller Trip, bei dem ich vor allem auch eine super Chance bekam die Kids und die Lehrer näher kennen zu lernen. Ich hab mich mit den Lehrer gut verstanden und viel über sie, den Lehrerberuf und wie sie nach Indien gekommen sind erfahren. Es war auch total interessant wie unterschiedlich die einzelnen mit den Schülern umgegangen sind und wie sie sich eine Klassenfahrt mit ihren gemeinschaftlichen Aktivitäten vorstellen.
Außerdem hat mich einer der Guides, ein Nepali, nach Nepal eingeladen und versprochen mir dort einen guten Deal für einen mehrtägigen Hike oder Raftingtour auszuhandeln. Sogar eine Tour zum Basecamp des Mount Everest könnte man machen. Total abgefahren! Mal sehen was draus wird....

Die kommende Woche habe ich frei und eigentlich wollte ich schon wieder Richtung Varanasi aufgebrochen sein. Aber irgendwie konnte ich mich nach der Klassenfahrt nicht so richtig aufraffen und habe es sehr genossen wieder in Delhi zu sein und hier in Ruhe ein paar neue Ecke zu erkundschaften. Morgen werde ich aber losziehen um Zugtickets zu kaufen. Ich hoffe, dass noch nich alles ausgebucht ist und ich dann von Dienstag bis Sonntag unterwegs sein werde!

Bis dahin,

Wibke

Freitag, 14. März 2008

Erstes unterrichten

Hej!
Ja, ich hab schon länger nix mehr von mir hören lassen und somit erfolgt heute zunächst ein kleiner Nachtrag meiner 3. Woche bevor ich dann von der KLassenfahrt am Fuße des Himalayas berichte.
Vorige Woche hatte ich meine ersten Unterrichtsversuche und wurde hierbei ziemlich ins kalte Wasser geschmissen! Denn als ich Montags mit meinen Vorbereitungen für die am Dienstag anstehende Doppelstunde Mathe in der 7. Klasse in die Schule kam, war die Mathelehrerin, mit der ich mein Vorhaben noch besprechen wollte krank. Kurzerhand wurde beschlossen, dass ich sie vertreten sollte und meinen Unterricht so wie ich ihn für richtig hielt bereits einen Tag früher durchziehen sollte. Es lief überraschend gut, die Schüler haben größten Teils gut mitgearbeitet und glaub ich / hoffe ich auch verstanden worums ging. Vielleicht wars garnicht so schlecht für mich, dass alles so überraschend kam, weil somit auch keine Zeit für Nervosität blieb! Dienstag und Donnerstag habe ich dann 2 fortführende Stunden gehalten, bei denen auch die Lehrerin dabei und wohl auch recht zufrieden war. Zumindest wollte sie auch Teile meines Unterrichtsmaterials für ihre Unterlagen haben...
Ansonsten habe ich weiterhin viel hospitiert und Dienstag Nachmittags zum ersten Mal beim Lehrervolleyball mitgemacht. Hierzu kommen neben Lehrern der DSND auch noch weitere Anhänger der deutschen Community NewDelhis. Auch wenn größten Teils eher ein Rumgebolze zu Stande kam, hats Spass gemacht. Ein Volleyball in der Hand zu haben, macht eben einfach häppi! Zwischendurch mussten wir uns vor einer ca. 8 köpfigen Affenfamilie in Acht nehmen, die sich irgendwann vom Kindergartendach auf den Weg nach unten zu uns auf den Sportplatz gemacht hat. Zwar sehen die Affen wirklich süß aus, aber können ganz schön agressiv und gefährlich werden. Ein ausgewachsener 40kg Affe kann wohl die Kraft eines 120kg Mannes aufbringen. Außerdem besteht die Gefahr, dass sie mit einem Biss Tollwut übertragen, was für Menschen leicht tödlich enden kann.
Nachmittags war ich in dieser Woche ein paar Mal auf dem Sarojini Market, wo man westliche Klamotten von H&M, Zara, Billabong, Fornarina usw zu Spotpreisen kaufen kann. Der Kram ist wohl irgendwo vom Laster gefallen und hier wieder aufgetaucht.... Das meiste sind T-Shirts, aber auch Röcke, Hosen und Caps kann man kaufen. Das ist wirklich unglaublich! KLeider, die in Europa fein säuberlich im Laden hängen, haben die Händler dort bunt durchmischt vor sich aufgetürmt und wennn man Glück hat, ist die richtige Größe dabei. Umkleidekabinen und Spielgel gibts natürlich nicht... Und dann ist natürlich kräftig handeln angesagt, was mir mittlerweile auch immer besser gelingt! Um 3 Tshirts, einen Rock und ein Capi reicher bin ich nach Hause gekehrt! Sehr lustig ist das regelmäßige Szenario, wenn die Ordnungspolizei durch die Gassen des Marktes spaziert bzw mit nem riesigen Baustellen-Lastwagen durchbrummt. In null komma nix schnappen die Händler all ihre Waren und verstauen sie im hinteren Teil ihren Standes/Shops oder verschwinden komplett von der Bildfläche. Denn jeder, der seine Ware zu weit in die Straße hinein aufgebaut hat (und das macht jeder min. 3m! weit) bzw alle, die illegal Sachen verkaufen, müssen Strafe zahlen. Und somit ist sobald irgendwo die Polizei in Sicht ist alles in Aufruhr und mit einem Wimpernschlag sieht der Markt wie leer gefegt aus! Beim ersten Mal war ich total irritiert, aber dann geschah es fast halbstündlich und ich konnte das Geschehen schmunzlend beobachten!

Samstags wollte ich eigentlich Old Delhi erkundschaften, aber ich war etwas wackelig auf den Beinen (Hitze und indisches Essen machten mir zum ersten mal mehr zu schaffen!) und aus diesem Grund bin ich lediglich zum Humayun's Tomb bei uns um die Ecke gefahren.
Humayun war der zweite Mogulkaiser in der Zeit von 1508-1556. Seine Grabstätte zählt zum UNESCO Weltkulturerbe und ist anscheinend richtungweisend für die Architektur von Grabanlagen der Mogulzeit. Erstmals verband man Mausoleum und Gartenanlage. Das Taj Mahal in Agra, welches ja weitaus bekannter ist, wurde sogar nach diesem Vorbild gebaut. Es ist eine sehr prunkvolle Anlage mit viel Mamor und wunderschönem Garten. Total ruhig, obwohl mitten in der Stadt gelegen und somit genau das richtige für meinen Samstag Nachmittag!
Abends sind Eva, Katharina usw und ich ins Goethinstitut zum deutschen OpenAir Kino, wo wir Sophie Scholl und Im Juli gesehen haben.
Sonntag Nachmittag waren wir bei einem BBQ in einem Farmhaus in der Vorstadt von Delhi. Ein Freund von Praveen (Kumpel von Eva) hatte eingeladen. Ca eine 3/4 stunde hat die Fahrt dorthin mit der Autorikscha gedauert. Es ist unglaublich an was für Häusern und Grundstücken wir vorbei gefahren sind und vor allem wo das BBQ stattgefunden hat! Ein wunderschönes Haus in meinem riesigen, grünen Garten mit Pool, Schaukel und Gästehaus und zich Angestellten. Von Millionenstadt mit Lärm, Dreck und Slums nichts zu spüren. Ein perfekter Sonntag Nachmittag/Abend mit sonnen, Frisbee spielen und lecker Essen! Als wir dann, viel später als geplant, um 1h nach HAuse kamen, musste ich noch schnell packen für die Klassenfahrt, welche um 5.30h an der Schule beginnen sollte. Die Fahrt will ich dann aber im nächsten Post näher beleuchten!
*Wibke*

Samstag, 1. März 2008

Summertime

Hallo!
Der Sommer hält Einzug in Delhi! Die Temperaturen steigen zusehens- mittags knallt die Sonne schon so sehr, dass es außerhalb des Schattens kaum aushaltbar ist! Und das ist erst der Anfang. Innerhalb der nächsten 2 Monate wird das Thermometer wohl auf bis auf 45° Grad ansteigen! Das wird ein Spass! Zum Glück ist unsere Wohnung im Erdgeschoss und recht schattig gelegen. Zur Zeit frieren wir teilweise noch im Haus und reißen tagsüber die Fenster auf, damit sich unsere Zimmer aufwärmen, aber schon bald werden wir sicher dankbar sein nicht unterm Dach zu wohnen!
Hier rechts mal ein paar Bilder von meiner näheren Umgebung. Das eine zeigt Vinoba Puri, unsere Straße, und das andere den Milchladen und den Gemüseverkäufer, wo wir regelmäßig einkaufen. Nix da mit Supermarkt und so. Obwohls natürlich auch Supermärkte gibt- aber die sind aber ein bisschen entfernt und so groß wie ein Wohnzimmer...
Die letzte Woche war recht entspannt. Mittlerweile hab ich einen festen Stundenplan in der Schule und ich bin weiterhin dabei fleißig zu hospitieren. Da lediglich die 9. und 10. Klasse 2 mal die Woche gemeisam eine Stunde Politikunterricht hat, schaue ich mir auch einige Stunden Erdkunde, was mich ohnehin sehr interessiert, an. Am Dienstag habe ich die Mathearbeit der 7. Klasse beaufsichtigt und glücklicher Weise hat die Anwesenheit einer Praktikantin die Schüler nicht dazu verleitet, zu tun, was sie wollten. Später habe ich dann in der selben Klasse auch noch eine Vertretungsstunde in Erdkunde gehalten. Zwar musste ich erst Überzeugungsarbeit leisten, dass wir nicht einfach nur etwas spielen, sondern dem Arbeitsauftrag der Lehrerin nachgehen, aber dann haben die Schüler gut mitgearbeitet und es hat richtig Spass gemacht! Nächsten Dienstag werde ich ebenfalls in dieser Klasse meine erste Unterrichtseinheit in Mathe durchführen. Ich bin gespannt! Da muss ich mich gleich mal noch ein wenig an die Vorbereitung setzen...
Letzten Mittwoch habe ich mich am frühen Abend mit Katharina (der anderen Praktikantin der DSND) und 2 Bekannten von ihr, die am Goetheinstitut bzw bei der GTZ ein Praktikum machen, getroffen. Eigentlich wollten wie in Visant Vihar, einem etwas nobleren Stadtviertel von Delhi, ins Kino gehen, aber letztlich sind wir dort dann nur Kaffee trinken gegangen und noch ein wenig rumgeschlendert. Wieder waren krasse Gegensätze präsent: Einseits ein Benetton Laden, in dem es die gleichen Klamotten wie in Europa zu europäischen Preisen gibt und ein Kino à la Cineplexx und andererseits Imbissstände, wo man für 50 cent ne komplette Mahlzeit kaufen kann und Kühe en masse wie z.B. vorm Honda-Laden. Auf dem Rückweg bin ich zur Abwechslung mal an einen Rikscha-Fahrer gestoßen, der einigermaßen englisch sprach, sodass wir uns ein wenig unterhalten konnten. Ziemlich schnell kamen dann, wie so oft, die Fragen "Are you married? Are you enganged? Do you have family?" Am einfachsten ist es dann wohl zu sagen, dass man verheiratet ist, da man sonst gleich nen Antrag an der Backe hat. Aber diese Geschichtenausdenkerei ist manchmal auch nervig und irgendwie wollte ich auch mal zeigen, dass in Europa nicht jede Frau verheiratet bzw versprochen ist und dass das wiederum nicht bedeutet, dass man für jedermann zu haben ist. Der Rikschafahrer kam auf mein Single-Dasein garnicht klar und hat mich völlig zugequatscht, sodass ich in Zukunft wohl doch eher eine Verlobungsgeschichte auspacken werde.
Ansonsten bin ich momentan sehr damit beschäftigt zu überlegen wo ich meine Osterferien verbringen werde. Es gibt so viele Möglichkeiten und ich kann mich einfach nicht entscheiden, was ich als erstes erkundschaften soll. Eigentlich würde sich für ne knappe Woche anbieten in den Norden Richtung Himalaya zu fahren. Neben der Landschaft soll auch die Kultur dort beeindruckend sein. Sehr tibetisch, buddistisch, ruhig und friedlich. Aber nun werde ich mir diesen Trip eher für Mai/Juni aufsparen, da es dann dort oben vergleichsweise kühl ist und und ein guter Zufluchtsort ist, wenns dann in Delhi 45° Grad ist! Dann gibt es noch die Möglichkeiten in Rajasthan, der Bundesstaat südwestlich von Delhi, rumzureisen, wobei da 2-3 WOchen schon besser wären. Katharina würde am liebsten in den Süden nach Kerala oder nach Goa fliegen und dort ein paar Tage verbringen. Eine weitere Route würde von Delhi aus nach Agra, wo das Taj Mahal steht, über den Panna National Park nach Varanasi, der heiligen Stadt der Hindhus, führen. Höchstwahrscheinlich wird es die letztgenannte Route werden, da alles andere eigentlich mehr Zeit beansprucht.
Das Bild hier zeigt das Möbel-Fahrrad, an dem Eva und ich gestern 2 Körbstühle für den Balkon und ein Regal für mein Zimmer zum Spitzenpreis von insgesamt 13€ gekauft haben. Und wahrscheinlich hätte jeder Inder noch weniger gezahlt! Außerdem habe ich mir gestern eine indische Händi-Sim-Card gekauft. Das ist auch alles so günstig hier. 1 Rupee, was sowas wie 1,3 cent sind, kostet eine Minute telefoniern bzw 1 SMS. Für 35 Rupees konnte man auch noch ein Sms Paket von 300 SmS dazukaufen. Echt KRass. Der Verkäufer is fast aus allen Latschen gekippt als wir ihm erzählt haben, dass ne SMS in Deutschland das 13fache kostet!

Soweit das neuste von mir! Beste Grüße!