Samstag, 24. Mai 2008

Heyho!

Wuuahh, meine Tage in Delhi sind gezählt und somit waren die letzten Tage auch schon stark vom Abschiednehmen geprägt! Wobei, auf der anderen Seite haben sich auch noch schöne neue Kontakte ergeben- nämlich die Aiesec (Internationale studentische Praktikumsvermittlung) - Wg bei uns um die Ecke! Unvermeidbar, dass man hier in Indien als Weißgesicht sofort auffällt und somit wussten wir auch schon ewig, dass wir hier im Viertel nicht die einzigen von Übersee sind, aber trotzdem haben wirs aus unerfindlichen Gründen in den letzten Monaten nicht geschafft mal bei unseren internationalen Nachbarn vorbeizuschauen. Natürlich hatten wirs uns vorgenommen, aber wies dann halt immer so is.... Vor gut 2 Wochen hab ich dann einige von den 7 Jungs beim Kiosk getroffen und sie haben uns gleich mal eingeladen Samstags mit zu einer Aiesec-Farmhouse-Party zu kommen! Gesagt, getan- aber zuvor war ich an diesem Abend noch bei Tilman, Tobias und Katharina (Schulkollegen) eingeladen, wos ehrlich gesagt etwas lahm war und mir mal wieder klar wurde, wie schnell doch in solch einer Expatriate-Community Zweckgemeinschaften gebildet werden. Gegen Mitternacht löste sich die Party schließlich auf und aufgrund des Nahrungsmittelüberangebots wurde ich mit einem Kuchen verabschiedet. Zur Rolle des Kuchens später mehr! Mit der Rikscha gings dann Richtung Farmhäuser vor den südlichen Toren der Stadt, wo ich Eva und die Jungs treffen sollte. Ewigkeiten irrten wir in der Vorstadt herum, da der Rikschafahrer nix mit der Adresse anfangen konnte. Unterwegs fragten wir immer wieder nach dem Weg u.a. auch zwei Jungs, die ihrem Sprach- und Stehvermögen nach zu urteilen mit dem Motorrad wohl auf dem Rückweg von einer feucht-fröhlichen Party waren. Echt unglaublich wie leichtsinnig hier mit Alkohol im Straßenverkehr umgegangen wird! Und dann haben die Kerle auch noch nen total falschen Weg erklärt! NAch ner 3/4 Stunde Fahrt fanden wir schließlich die Aiesec-Party, welche sich schnell zu einer Art Abi-Party internationaler Leute entpuppte. Sie fand im Garten eines wunderschönen Farmhauses statt, Getränke waren toller Weise umsonst- nur leider war schon alles leer als ich dort ankam. Musik und Leute waren ganz schön anstrengend und nachdem wir hier und da mit ein paar Leuten geredet hatten - alle waren sehr beeindruckt, dass wir nicht über Aiesec in Indien sind, sondern uns Praktikum und Wohnung usw selbst organisiert hatten - und das Bier, was uns irgendwer von irgendwoher noch organisiert hatte, getrunken hatten, machten Eva und ich uns schon wieder aufn Heimweg! Eva traf bei der Party lustiger Weise jemanden, den sie bis dato ausschließlich über facebook kannte und der uns für den nächsten Tag zu einer Poolparty im ParkHotel einlud! Doch für was gut dieser ganze virtuelle Freundschaftskram. Da wir auf dem Rückweg eh fast bei Peters und Praveens (Freunde von Eva)
neuer Wohnung vorfuhren, beschlossen wir dort noch kurz vorbeizuschauen. Und wie so oft waren sie auch noch wach und saßen noch in einer netten Runde beisammen auf der großen Dachterasse. Irgendwann bekamen wir Wind davon, dass es Praveens Geburtstag war und plötzlich machete es Sinn einen kompletten Abend einen Kuchen in der Handtasche herumzutragen! Hätte ich auch nie gedacht! Bis Sonnenaufgang saßen wir noch auf der Terasse zusammen und genossen die einzigen kühleren Stunden zwischen 4-6. Echt unglaublich wie sehr sich die Hitze staut und vor allem wir schnell die sonne morgens schon wieder unaushaltbar runterballert. Ganz an nach dem Motto: Licht an - Grill an!
Den Sonntag Nachmittag verbrachten Eva, Jean und ich mit den Aiesec-Jungs im Pool des Parkhotels, wo man ohne Einladung normalerweise 750 rs (12 Euro!) Eintritt zahlen muss. Abends fand in unserer Straße mal wieder eine Hochzeit statt, sprich es wurde einfach mitten auf die Straße ein riesiges Zelt aufgebaut, hinterm Zelt wurde auf dem Boden in riesigen Töpfen das Festmal zubereitet. Ein beeindruckendes Spektakel, was vor unsere Haustür ca. ein mal pro Monat statt findet! Alles arrangierte Hochzeiten versteht sich! Love marriages gibts in Indien nur selten! Endlich kam ich dazu, davon mal ein paar Bilder zu machen und ein Video zu drehen...
In der Schule war in den letzten beiden Wochen vor den Ferien kaum mehr was los. Die 9er und 10er machten Betriebspraktikum, wo ich auch zwei von ihnen zusammen mit 2 Kollegen besuchte und u.a. lernte, dass Hupen für den indischen Automobilmarkt einen Test von 200.000-maligen Hupen überstehen müssen, wohingegen europäische Hupen nur 50.000 mal überstehen müssen! Der Martk stellt sich also gut auf den indischen Straßenverkehr ein ;)
Auch die anderen Klassen (und Kollegen) waren schon sehr in Ferienlaune und so entschied ich mal ein wenig in der Grundschule reinzuschnuppern und schließlich auch eine Mathe-Stunde in der 1. KLasse zu halten. Es hat total Spass gemacht! Die Kleinen sind soo einfach zu begeistern und soo neugierig. Auch beim Schwimmunterricht der 1. klassse und der Vorschule war 2 mal dabei als Unterstützung von Sven (Sportlehrer), der völlig genervt von den wuseligen KLeinen war ".... ich bin doch dafür garnicht ausgebildet sondern Sek I und II Lehrer..."! Beim zweiten mal is mir die Lust aufs Schwimmen jedoch gänzlich vergängen als wir dort ankamen und sich in dem Pool die halbe amerikanische Schule befand (es war kaum mehr blau zu sehen!) und um den Pool neben 2 aufgeblasenen Lifeguards der Schule auch noch der Hund einer der Lehrerinnen herumstreunerte... IIHHHHH! Und Verantwortlich der deutschen Schule versuchen seit Wochen mit allen Mittlen den Pool vorm umkippen zu bewahren!
Einen Nachmittag habe ich ma wieder aufm Sarojini Market verbacht, da mich der Inhalt meines Kleiderschrankes total angenervt hat. Mit ca. 30 € weniger im Geldbeutel, aber dafür mit 10 Oberteilen, 2 Röcken und 2 Kleidern (alles von Billabong, Eprit usw) in der Tasche kam zurück und Eva hat mich für verrückt erklärt als sie diesen Berg gesehen hat!
Seit letztem Wochenende hat hier verfrüht der Monsoon eingesetzt und es regnet seither jede Nacht und auch öfters am vormittag, sodass es ganz schön abgekühlt hat! Von 45° Grad (gefühlten 50!) sanken die Temperaturen auf 25-30° Grad, was einerseits ganz schön angenehm, auch dazu führte, dass unser Körper plötzlich mit Frieren beschäfigt war und wir unsere Pullis wieder rauskramten! Ich häte nie gedacht, dass man sich so gut an die Hitze gewöhnen kann. Und da lacht man immer über die Engländer, die bei 20 Grad in kurzen Hosen und Tshirt rumrennen und sich zu tode schwitzen! Dummerweise wirds, sobald die Sonne nun wieder rauskommt, total schwül, was recht eklig ist!
Samstag war der letzte richtig heiße Tag und genau da haben Eva, Jean, Aurelie und ich nen Ausflug nach Old delhi gemacht. Das Fotoparadies schlechthin! Die kleinen Gassen sind unglaublich. Über einem befindet sich immer ein Netz von Kabeln und Stromleitungen - ganz nach dem Motto: Kaputte Kabel reparieren lohnt sich nicht- wir hängen zu den 10.000 anderen einfach noch ein weiteres Neues! Als wir aufgrund der Hitze kurz vorm kollabieren waren, kamen wir glücklicherweise im rechten Augenblick bei nem Mägges vorbei und ließen uns da von Klimaanlage und McSunday ein wenig abkühlen! Ein Hoch auf das Familien-Restaurant! Auf der Suche nach einem einem Shop, wo man alte Bollywood Filmplakate und Filmrollen für wenig Geld kaufen können sollte, verirrten wir uns in ein Viertel mit winzigen Gassen und uralten Holzhäusern mit wunderschönen, leider total verfallen Fasaden! Und genau dort befand sich ein Elektro-kleinteile-Umschlagsplatz wie ich ihn noch nie zuvor gesehen hatte. Unglaublich was man dort alles kaufen konnte. Alle möglichen Schalter in den unterschielichsten Farben, Kabel, Glühbirnen usw. Ein Laden reihte sich an den nächsten und alle verkauften mehr der weniger den gleichen Kram und die kleinen Gassen waren überfüllt mit Menschen, Autos, Mopeds, Fahrrädern usw. Immer wieder staute sich der Verkehr, weil zwischen den vielen Kartons, die auch noch überall rumstanden, kein PLatz zum Durchkommen war. Unsere Fotoaparate liefen auf Hochtouren! Den Filmladen haben wir aber leider nich gefunden. Da starte ich nachher nochma einen Versuch! Später bin ich dann noch zum ersten Mal mit der DelhiMetro gefahren, was gerade nach diesen Eindrücken in OldDelhi, zu extremer Verblüffung geführt hat! Perfekte Kopie der Londoner Metro würde ich sagen. Total neu, sauber (!!!!), geräumig usw und sogar die gleiche Ansagestimme wie in der Londoner U-Bahn. Kaum zu glauben, dass es solch ruhige Orte hier in Delhi auch gibt! Man hätte echt vergessen können wo auf dieser Erde man sich gerade befindet! Nur beim Ein- und Aussteigen hat sich trotz Pfeile auf dem Boden noch nich das Prinzip " Erst aussteigen lassen, dann einsteigen" durchgesetzt....
Letzten Dienstag war das letzte mal Volleyball, wo für mich schon der erste Abschiedsschmerz hoch kam! Wir haben schön gespielt - weniger rumgeballer als die letzten Male- und danach noch bei Bier und Knabbereien zusammengesessen. Später hat mir Sven noch den Geheimtip zum Südindisch Essen gezeigt! Alle Bundesstaaten Indiens haben in Delhi eine Vertretung und dementspechend auch ein Verwaltungshaus und im Falle des südindischen Staats Karnataka ist auch ein Restaurants angeschlossen! Dort gabs leckere Dosas, so ne Art herzhafter Crepe!
Freitag war der allerletzte Schultag und nachdem die Kids ihre Zeugnisse bekommen hatten, gings rüber in die deutsche Botschaft, wo noch eine offizielle Schuljahresabschlussfeier statt fand. Eine wirklich schöne Veranstaltung mit viel Musik, Gesang und Dankes- und Abschiedsreden. Richtig lustig war der Männerchor der 5 männlichen Kollegen, der Lili Marlen, über den Wolken und eine umgedichtete Version von "Auf der schwäb'schen Eisenbahne" zum Besten gab! Anschließend gabs noch im Kreise des Kollegiums ein Abschiedsessen für die Rektorin in der Schule. Hier gabs für mich dann auch noch mal die Gelegenheit mich mit einigen Kollegen zu unterhalten und auch über mein Praktikum und mein Eindruck von der Schule zu reden. Eine lustige Runde war übriggeblieben und wie so oft war ich letztlich unter den letzten, die nach Hause gingen. :) Irgendwie kaum zu glauben, dass nun schon wieder eine Etappe, das Praxissemester, bewältigt ist, es Abschied nehmen heißt und mit dem Flug auf die Andamanen nächsten Freitag wieder was neues beginnt. Ich bin wirklich tollen Menschen hier begegnet, sei es im Kollegium oder unter den Schülern und es ist seltsam, sie nun alle nicht mehr 5 Tage die Woche zu treffen. Aber dennoch waren die 13 Wochen auch genug! Es gab kaum mehr neues zu entdecken, die Möglichkeiten als Praktikantin erschöpft und die Spannungen innerhlab des Kollegiums und die Unzufriedenheit mancher Leute gingen mir auch öfter mal auf die Nerven gegen Ende... Alles ein wenig zu eng und Privates wird mit Job vermischt, weil die deutsche Gemeinschaft hier winzig ist, jeder jeden kennt. Ganz schön anstrengend! Trotzdem werd ich wohl im September vorm meinem Rückflug nochma in der DSND vorbei schauen, um endgültig GoodBye zu sagen!
So, das wars nun erstma. Die kommende Woche werde ich noch einiges zu erledigen haben bevors dann auf die große Reise geht! Nachmieter, packen, letztes Delhi-Sightseeing blablabla...

1000 grüße

wiBkE

Dienstag, 13. Mai 2008

Indisches Alpenflair


Namaste!

So, nun endlich der Bericht über meinen Trip in die Berge! Nach der doch recht anstrengenden Hitze in Pushkar, haben Eva und ich uns dirkt auf den Weg in Richtung des kühlen Himalayas gemacht. Leider konnten wir für diese Busfahrt kein Sleeper-Abteil mehr bekommen, sodass wir die 17-stündige Busfahrt sitzend überstehen mussten- das war ganz schön ätzend! Mit solch einem Sleeper-Anteil über einem und einer kleinen Leiter, die dort hoch führt, neben einem wars doch ganz schön eng und die indische Strassenbauweise gepaart mit den engen Strassen, die sich an den Hängen des Himalaya entlang schlaengeln, haben auch nicht gerade dazu beigetragen, dass man bei der Nachtfahrt gemütlich schlummern konnte. Ausserdem fand mein Knie, welches ich mir in der Woche zuvor beim Volleyball spielen lädiert hatte, es auch nicht gerade toll, solch eine lange Zeit in der gleichen angewinkelten Position zu verbringen... But anyway. Als wir in Manali ankamen, wurden wir ersteinmal übel enttäuscht, denn dieser Ort, der als das indische Honeymoon Domizil gilt, ist potten hässlich. Ein Hotel bzw Restaurant reiht sich ans Nächste. Überall Leuchtreklame und Reisebüros, die Outdoor Aktivitäten wie Raften, Paragliding usw anbieten... Zum Glück hatten wir zuvor den Tip bekommen, direkt ins etwas verschlafenere Nachbarkaff Vashisht zu fahren und uns dort eine Bleibe zu suchen. Das hat dann auch alles super geklappt und wir konnten ein kleines Guesthouse-Zimmer mit Blick über das Tal, auf die mit Apfelbäumen übersähten Hänge und die schneebedeckten Gipfel, ergattern. Am ersten Tag haben wir dann nicht mehr all zu viel gemacht und haben uns bis auf den kleinen Ausflug zu einem nahegelegenen Wasserfall darauf beschränkt, die frische Luft und das Bergparnormama zu genießen. In Vashisht gibts direkt im Ortskern heiße Quellen mit kleinen Becken, wo ununterbrochen gebadet, gewaschen und geschrubbt wird. Einen Abend wollten wir da auch mal rein, aber das Wasser war so heiß, dass wir nicht ma eine Minute unsere Füße rein halten konnten, und die Dorfbewohner haben darin Stunden verbracht. Am zweiten Tag haben wir uns ein Auto incl Fahrer gemietet (in indien fährt man nicht selbst!) und haben einen Trip noch weiter hoch in den Norden gemacht. Kurz nachdem wir Vashisht verlassen hatten und im Tal am fast leeren Flussbett entlang Richtung Rohtang-Pass gurkten, reihte sich plötzlich ein Holzverschlag, wo man gebrauchte Pelzmäntel, Ski-overolls und anderes Skiequipement im 80er Jahre style erwerben konnte. Weil wir nicht so den PLan hatten wie hoch und wo wir eigentlich genau hinfahren würden, fanden wir das ganz schön strange und witzig, vor allem weils wirklich alle 100m son Stand gab, die alle den gleichen Kram anboten. Ca 2 Stunden arbeiteten wir uns die Serpentinen hinauf auf knapp 3000m. Es wurde immer kälter und an den schattigen Hängen häufte sich der Schnee teilweise meterhoch. Schnee in Indien! Abgefahren! Plötzlich stauten sich die Autos entlang der schzmalen Straße und viele Leute ließen ihr Auto stehen und gingen zu Fuß weiter oder wechselten zu anderen Transportmitteln: Ponys und Esel. Der Fahrer erklärte uns, dass wir nun fast am hochgelgenen Punkt angekommen seien, den man mit dem Auto von dieser Straße aus erreichen konnte, da der Rothang-Pass nach der "Winterpause" noch nicht wieder freigegeben wurde. Die Schneemassen zerstören Jahr für Jahr die Strasse dermaßen, dass sie am Anfang der Sommersaison immer an einigen Stellen komplett erneuert werden muss, damit der Pass wieder passierbar ist. Irgendwie managete es unser Fahrer dann doch durch das Verkehrschaos zu gelangen und oben angekommen, wurde uns ein unglaubliches Bild geboten: Hinter der letzten Kurve, bevor dann die Straße gesperrt war, befand sich ein Wintersport-Paradies à la Inde! Hunderte Inder eingepackt in Pelzmäntel und Ski-Overrolls in knalligen Farben auf Skiern von Fischer, Salomon usw von vor min. 20 Jahren. Statt urigen Berghütten gab es Zelte, bestehend aus gelben oder blauen Plastikplanen und Holzstöcken, wo man Tee und Nudelsuppe kaufen konnte. Und statt Bildern mit dem Almkuh konnte man Fotos auf Yaks sitzend knipsen! Aber Highlight waren auf jeden Fall die indischen Touristen, die zum ersten mal auf Skiern standen. Nicht dass es eh schon ne Herausforderung is innerhalb von einer Stunde irgendwelche Fortschritte zu erzielen- nein die uralten Skischuhe wurden nich zu gemacht und somit fielen die Leute nur so durch die Gegend und ich kann mit kaum vorstellen, dass sie Freude am Skifahren gewonnen haben! Es war wirklich wie im Film. Staunend und Teetrinkend saßen Eva und ich als die einzigen europäischen Touristen dann dort und haben dem Treiben zugesehen und wurden von Indern fotografiert. Oh mann! Da wir uns aber vorher an den zahlreichen Ständen an der Straße keine entsprechende Kleidung geliehen hatten, wurde uns schnell ganz schön kalt und wir traten den Rückweg an! Den ganzen restlichen Tag war mir noch kalt und den Abend (mit Sonnenuntergang sanken die Temperaturen auch in niedrigeren Gefilden ganz schoen ab!) haben wir dann in Decken eingemummelt im Blue Heaven Cafe bei unserem Guesthouse verbracht und viel Tee getrunken und gelesen. Die folgenden Tage haben weiter viel mit entpannen, KLima geniessen und lesen verbracht. Die Hoehensonne hat mir sogar nen kraeftigen Sonnenbrand verpasst. Samstags nachmittags bin ich dann nach Hause gefahren, waehrend Eav noch einen Tag laenger geblieben ist. Frueh morgens kam ich sonntags in Delhi an und zu meiner Ueberraschung leider nich an der BUsstation, die ich kannte sondern irgendwo vollkommen ab vom Schuss noerdlich von Delhi. Mal wieder ein abgekatertes Spiel der Busunternehmen und der Rikscha-Fahrer! Denn diese erwarteten schon sehnsuechtig die ahnungslosn Touristen, die sie dann fuer horende Preise in die Stadt fahren konnten. Auch ich hab mich zusammen mit einem Israeli uebern Tisch ziehen lassen und fuer die Fahrt 2,5 mal so viel bezahlt wie angemessen. Die steckten halt dummerweise alle unter einer Decke und keiner ging auf unsere Verhandlungsversuche ein. Ausserdem wollten wir nach der NAcht im Zug nur nach Hause!!! Also lieferten wir erst den Israeli in Paraganj, der Touri-Gegend schlecht hin, ab und fuhren dann weiter nach Lajpat Nagar. Auf dem Weg bat ich den Fahrer noch kurz bei dem Milchstand in Vinoba Puri zu halten, damit ich Milch fuer den morgentlichen Chai kaufen konnte. Ich schnappte nur schnell meinen Geldbeutel und ging zum Laden auf der anderen Strassenseite. Als ich dort so stand hab ich ploetzlich ein sehr ungutes Gefuehl bekommen meinen ganzen anderen Kram in der Rikscha gelassen zu haben. Ein Blick in Richtung TukTuk half auch nicht viel, da ich weder Kontaktlinsen noch Brille trug! Also lies ich mich noch das letzte Stueck bis zur Wohnung fahren und wunderte mich ein wenig ueber das seltsame Drehmanoever was der Fahrer vor unsere Tuer unternahm. Weil mir alles so seltsam vorkam, warf ich, nachdem ich dem Rikscha-Wala die Kohle geeben hatte, noch einen Blick in meine Tasche und siehe da, mein Gefuehl war richtig: Kamera weg!!! Shit! Also hab ich erstma den Fahrer zu Rede gestellt! Doch der beteuerte seine Unschuld zutiefst und auch in dem abschliessbaren Fach, wo die Fahrer Papiere usw aufbewahren, war nichts zu finden! Statt dessen war der Typ davon ueberzeugt, dass mein israelischer Mitfahrer die Kamera enthaben muss und schlug vor zurueck zum Hotel, wo wir ihn rausgelassen haben, zu fahren. So richtig glaubte ich nicht an die Version, aber der Fahrer meinte sogar gesehen zu haben wie der Isreali mich beklaut habe. ALso ab nach Paraganj! Auf dem Weg mussten wir noch tanken und dazu muessen Insassen der Rikscha immer aussteigen. Als der Fahrer mich allerdings bat, schon ca. 30m von der Zapfsaeule entfernt aus dem gruen-gelben Vehikel auszusteigen, insistierte ich und stieg erst direkt am Zapfhahn aus! Mein Glueck! Denn als ich dann noch mal pruefend um die Rikscha herum ging und nach meiner kamera schaute, fand ich sie an den an den Pedalen liegend! Ich war so wuetend, dass ich dem Kerl vor all den Tnakstellenarbeitern eine geknallt uind ihn lauthals angeschrieen habe. Doch der Fahrer wollte mich immernoch von seiner UNschuld ueberzeugen und wollte mir weissmachen, dass die Kamera aus meiner Tasche rausgefallen sein muesste und dann unbemerkt nach vorne gerutscht! Alles klar! Wers glaubt... Da ich nurnoch nach hause wollte und froh war, dass ich mien gutes Stueck wieder hatte und ausserdem die Tanke in the middle of nowhere war, meinte ich einfach, dass er mich nun nach Hause bringen sollte und gut is. Dies tat er dann auch, aber vor unserem Haus schoss er dann noch den Vogel ab, als er schliesslich noch 100 Rupies von mir verlangte fuer die Fahrt zur Tankstelle und zurueck! War einn dreister Vollidiot. Da hab ich ihm nur die Vogel gezeigt (die Geste kennt hier nur leider niemand) und ihn nochmals als cheater bezeichnet und bin angehauen. WOW. Soooo dreist. Erst klauen, dann luegen wie gedruckt und dann auch noch Kohle dafuer verlangen!
Das war dann das Ende des schoenen Trips in die Berge! Seither bin ich wieder viel vorsichtiger was meine Wertsachen angeht! :)

SO nun noch fuer alle, die mal was Abgefahrenes ueber die Indische Braeuche erfahren wollen:
http://www.spiegel.de/video/ und bei der Video-Suche *Baby werfen* eingeben! Das Land is unglaublich!!!!

Viele liebe Gruesse,

Wibbie

Sonntag, 4. Mai 2008

Vom Alltag bis nach Pushkar

Die letzten Wochen ist hier in Delhi für mich der Alltag eingekehrt und somit gabs auch nich soo viel zu berichten. An die Kühe mitten in der Stadt, das ein Einkaufen und Verhandeln auf den Märkten, das allgemeine Straßenchaos usw hab ich mich nun total gewöhnt. Ich habe viel unterrichtet seit den Osterferien, was sehr unterschiedlich lief. Mathe mit den 2 Schülern der 9. KLasse war prinzipiell ganz gut, aber irgendwie felht die Unterrichtsatmosphäre- erst recht wenn, wie öfters vor kam, einer der beiden krank ist. In Politik bei der 9 . und der 10. KLasse zusammen habe ich eine Unterrichtseinheit über Europa gehalten. Es war sehr schwierig die Stunden vorzubereiten und vor allem die wichtigsten Informationen fuer den Unterricht herauszfiltern. Alles muss dermaßen runtergebrochen werden, sodass von dem, was einem selbst wichtig is, kaum mehr war übrig bleibt. Und dann diese Basic-Sachen mit Leben zu füllen, ist wirklich nicht einfach, sodass mir selbst die ein oder andere Unterrichtsstunde teilweise recht trocken vorkam und ich es gerne besser gemacht hätte... Abschließend habe ich über diese Einheit noch einen test geschrieben, den ich selbst erarbeitet und korrigiert habe. Es hat einen kompletten Tag gedauert, diesen verdammten Test zu konzepieren, was vor allem daran lag, dass der eigentliche Fachlehrer, Tobias, auch eine Transferaufgabe in Form von Textarbeit dabei haben wollte. Stundenlang saß ich also vorm Pc und habe online-zeitungsartikel gewälzt und mir den Kopf zerbrochen, wie man den Transfer herstellen kann und was für die Schüler machbar ist. Wirklich nich einfach! Letztlich war Tobias im Großen und Ganzen recht zufrieden mit dem, was ich produziert hatte und meine Mühe hatte sich immerhin gelohnt. Bei den Schülern kam die Arbeit ganz unterschiedlich an und unter den 7 Tests gab es alle Noten von 1-6! Ne 5 bzw 6 zu geben fand ich ziemlich hart, aber es war nix zu machen. Auch Tobias sah das so! Aber mir tuts immernoch leid für die Schüler und ich bin froh, dass es auch gute Noten gab und es somit nich (nur) an mir, meinem Unterricht, meinem Test gelegen haben kann! Mit sowas muss man als Lehrer wohl auch erst umgehen lernen...
Ansonsten gibt es in unsere WG eine Neuerung: Eva und ich waren schon länger etwas von Aanchal angenervt und als sie dann Eva mit ihrem hochnäsigen Verhalten gegenüber unserer Maid völlig auf die Palme gebracht hat, hat Eva sie kurzerhand rausgeworfen. Glüvklicher Weise konnten wir schnell einen Nachfolger finden, sodass nun Jean aus Frankreich seit 3 Wochen bei uns wohnt.
Letztes Wochenende haben wir, u.A. um Evas Geburtstag zu feiern, einen WG-Trip nach Pushkar im Bundesstaat Rajasthan gemacht. Freitag Abend um 20h gings los: Erst mit der Rikscha von unserer Wohnung im Süden zum Busbahnhof im Norden Delhis. Dort wurden wir zunächst in einen kleinen Van geladen, der uns dann zu einem anderen Busbahnhof gebracht hat, wo wir unsrere Tickets gegen die richtigen Tickets tauschen und nochma eine Stunde warten mussten. Durch dieses System soll ma einer durchblicken.... Hätte Eva die gleiche Tour nicht schon ma vor ein paar Monaten gemacht, hätte ich die Hoffnung die Stadt überhaupt noch zu verlassen wohl längst schon aufgeben. Nach über drei Stunden Rumgegurke und Rumgewarte in Delhi ging die Fahrt im Schlafbus schließlich los. Die Horrormärchen, die ich über solche Busse schon gehört hatte, haben sich zum Glück nicht bewahrheitet und der Bus war recht neu, sauber und kakerlakenfrei. In solch einem Bus sind unter normale Sitze und obendrüber Schlafabteile. Eva und ich hatten ein "Doppelbett", was einen guten Meter breit und 1,80m lang war und Jean ein Single-Sleeper. Man fühlt sich in etwa wie einem Wohnmobil oder Hausboot. In dieser gemütlichen Atmosphäre haben wir dann mit Sekt und Schokokuchen in Evas Geburtstag reingefeiert. Leider war mir schn die ganze Zeit über etwas flau im Magen und der Schluck Sekt hat mir dann den Rest gegeben, sodass ich die nächsten Stunden der Busfahrt nurnoch in der Ecke kauerte und mich durchschuckeln liess, bevor mein Mageninhalt endlich den Weg aus dem Fenster gefunden hatte. Dann gings mit gut und ich konnte prima schafen. In Pushkar angekommen mieteten wir uns in ein billiges, aber schönes, direkt am heiligen See gelegenes Hotel ein. Von unserm Fenster sowie von der riesigen Dachterasse aus hatte man einen tollen Blick über den See, an dem sich ähnlich wie in Varanasi viele Ghats (Treppen in dem See) befanden und man den Pilgern mein Reinwaschen im heiligen, tiefgruenen (!) See zuschauen konnte. Pushkar ist (vor allem im Winter) ein Touriort und somit gibt es dort unendlich viele Laeden, in denen man super den typisch indischen Souvenir- und Klamottenkram einkaufen kann und Silberschmuck kann man auch super shoppen dort! Auch ich bin einige Male den Bazar hoch und runter gelaufen... Da Pushkar in unmittelbarer Naehe einer Wueste liegt, war es unheimlich heiss und wenn wir nich grad einkaufen waren, verbrachten wir die Zeit Lassi-trinkend in schattigen Cafes. Sehr relexter Trip also! Nur die Rueckfahrt im Sleeper-Bus ging diesmal leider in Richtung Horromaerchen: Alles noch kleiner und enger als bei der Hinfahrt und vor allem um einiges schaebiger und siffiger, sodass man am liebsten nichts beruehren wollte! Zum Glueck hatten wir ein Bettlaken dabei und als ich mir irgendwann oft genug gesagt hatte, dass ich am naechsten Tag all den Dreck abduschen und meine Klamotten waschen kann, konnte ich sogar richtig gut schlafen in dem winzigen Kabuff!
Am naechsten morgen in Delhi angekommen, hiess eigentlich nur schnell duschen, Klamotten waschen, Ticket fuer den Bus in die Berge organisieren und wieder neu packen! Aber zu diesem Trip im naechsten Post dann mehr!
Gruss,
die Wibke