

Namaste!

So, nun endlich der Bericht über meinen Trip in die Berge! Nach der doch recht anstrengenden Hitze in Pushkar, haben Eva und ich uns dirkt auf den Weg in Richtung des kühlen Himalayas gemacht. Leider konnten wir für diese Busfahrt kein Sleeper-Abteil mehr bekommen, sodass wir die 17-stündige Busfahrt sitzend überstehen mussten- das war ganz schön ätzend! Mit solch einem Sleeper-Anteil über einem und einer kleinen Leiter, die dort hoch führt, neben einem wars doch ganz schön eng und die indische Strassenbauweise gepaart mit den engen Strassen, die sich an den Hängen des Himalaya entlang schlaengeln, haben auch nicht gerade dazu beigetragen, dass man bei der Nachtfahrt gemütlich schlummern konnte. Ausserdem fand mein Knie, welches ich mir in der Woche zuvor beim Volleyball spielen lädiert hatte, es auch nicht gerade toll, solch eine lange Zeit in der gleichen angewinkelten Position zu verbringen... But anyway. Als wir in Manali ankamen, wurden wir ersteinmal übel enttäuscht, denn dieser Ort, der als das indische Honeymoon Domizil gilt, ist potten hässlich. Ein Hotel bzw Restaurant reiht sich ans Nächste. Überall Leuchtreklame und Reisebüros, die Outdoor Aktivitäten wie Raften, Paragliding usw anbieten... Zum Glück hatten wir zuvor den Tip bekommen, direkt ins etwas verschlafenere Nachbarkaff Vashisht zu fahren und uns dort eine Bleibe zu suchen. Das hat dann auch alles super geklappt und wir konnten ein kleines Guesthouse-Zimmer mit Blick über das Tal, auf die mit Apfelbäumen übersähten Hänge und die schneebedeckten Gipfel, ergattern. Am ersten Tag haben wir dann nicht mehr all zu viel gemacht und haben uns bis auf den kleinen Ausflug zu einem nahegelegenen Wasserfall darauf beschränkt, die frische Luft und das Bergparnormama zu genießen. In Vashisht gibts direkt im Ortskern heiße Quellen mit kleinen Becken, wo ununterbrochen gebadet, gewaschen und geschrubbt wird.

Einen Abend wollten wir da auch mal rein, aber das Wasser war so heiß, dass wir nicht ma eine Minute unsere Füße rein halten konnten, und die Dorfbewohner haben darin Stunden verbracht. Am zweiten Tag haben wir uns ein Auto incl Fahrer gemietet (in indien fährt man nicht selbst!) und haben einen Trip noch weiter hoch in den Norden gemacht. Kurz nachdem wir Vashisht verlassen hatten und im Tal am fast leeren Flussbett entlang Richtung Rohtang-Pass gurkten, reihte sich plötzlich ein Holzverschlag, wo man gebrauchte Pelzmäntel, Ski-overolls und anderes Skiequipement im 80er Jahre style erwerben konnte. Weil wir nicht so den PLan hatten wie hoch und wo wir eigentlich genau hinfahren würden, fanden wir das ganz schön strange und witzig, vor allem weils wirklich alle 100m son Stand gab, die alle den gleichen Kram anboten. Ca 2 Stunden arbeiteten wir uns die Serpentinen hinauf auf knapp 3000m.

Es wurde immer kälter und an den schattigen Hängen häufte sich der Schnee teilweise meterhoch. Schnee in Indien! Abgefahren! Plötzlich stauten sich die Autos entlang der schzmalen Straße und viele Leute ließen ihr Auto stehen und gingen zu Fuß weiter oder wechselten zu anderen Transportmitteln: Ponys und Esel. Der Fahrer erklärte uns, dass wir nun fast am hochgelgenen Punkt angekommen seien, den man mit dem Auto von dieser Straße aus erreichen konnte, da der Rothang-Pass nach der "Winterpause" noch nicht wieder freigegeben wurde. Die Schneemassen zerstören Jahr für Jahr die Strasse dermaßen, dass sie am Anfang der Sommersaison immer an einigen Stellen komplett erneuert werden muss, damit der Pass wieder passierbar ist.

Irgendwie managete es unser Fahrer dann doch durch das Verkehrschaos zu gelangen und oben angekommen, wurde uns ein unglaubliches Bild geboten: Hinter der letzten Kurve, bevor dann die Straße gesperrt war, befand sich ein Wintersport-Paradies à la Inde! Hunderte Inder eingepackt in Pelzmäntel und Ski-Overrolls in knalligen Farben auf Skiern von Fischer, Salomon usw von vor min. 20 Jahren. Statt urigen Berghütten gab es Zelte, bestehend aus gelben oder blauen Plastikplanen und Holzstöcken, wo man Tee und Nudelsuppe kaufen konnte. Und statt Bildern mit dem Almkuh konnte man Fotos auf Yaks sitzend knipsen! Aber Highlight waren auf jeden Fall die indischen Touristen, die zum ersten mal auf Skiern standen. Nicht dass es eh schon ne Herausforderung is innerhalb von einer Stunde irgendwelche Fortschritte zu erzielen- nein die uralten Skischuhe wurden nich zu gemacht und somit fielen die Leute nur so durch die Gegend und ich kann mit kaum vorstellen, dass sie Freude am Skifahren gewonnen haben! Es war wirklich wie im Film. Staunend und Teetrinkend saßen Eva und ich als die einzigen europäischen Touristen dann dort und haben dem Treiben zugesehen und wurden von Indern fotografiert. Oh mann! Da wir uns aber vorher an den zahlreichen Ständen an der Straße keine entsprechende Kleidung geliehen hatten, wurde uns schnell ganz schön kalt und wir traten den Rückweg an!

Den ganzen restlichen Tag war mir noch kalt und den Abend (mit Sonnenuntergang sanken die Temperaturen auch in niedrigeren Gefilden ganz schoen ab!) haben wir dann in Decken eingemummelt im Blue Heaven Cafe bei unserem Guesthouse verbracht und viel Tee getrunken und gelesen. Die folgenden Tage haben weiter viel mit entpannen, KLima geniessen und lesen verbracht. Die Hoehensonne hat mir sogar nen kraeftigen Sonnenbrand verpasst. Samstags nachmittags bin ich dann nach Hause gefahren, waehrend Eav noch einen Tag laenger geblieben ist. Frueh morgens kam ich sonntags in Delhi an und zu meiner Ueberraschung leider nich an der BUsstation, die ich kannte sondern irgendwo vollkommen ab vom Schuss noerdlich von Delhi. Mal wieder ein abgekatertes Spiel der Busunternehmen und der Rikscha-Fahrer! Denn diese erwarteten schon sehnsuechtig die ahnungslosn Touristen, die sie dann fuer horende Preise in die Stadt fahren konnten. Auch ich hab mich zusammen mit einem Israeli uebern Tisch ziehen lassen und fuer die Fahrt 2,5 mal so viel bezahlt wie angemessen. Die steckten halt dummerweise alle unter einer Decke und keiner ging auf unsere Verhandlungsversuche ein. Ausserdem wollten wir nach der NAcht im Zug nur nach Hause!!! Also lieferten wir erst den Israeli in Paraganj, der Touri-Gegend schlecht hin, ab und fuhren dann weiter nach Lajpat Nagar. Auf dem Weg bat ich den Fahrer noch kurz bei dem Milchstand in Vinoba Puri zu halten, damit ich Milch fuer den morgentlichen Chai kaufen konnte. Ich schnappte nur schnell meinen Geldbeutel und ging zum Laden auf der anderen Strassenseite. Als ich dort so stand hab ich ploetzlich ein sehr ungutes Gefuehl bekommen meinen ganzen anderen Kram in der Rikscha gelassen zu haben. Ein Blick in Richtung TukTuk half auch nicht viel, da ich weder Kontaktlinsen noch Brille trug! Also lies ich mich noch das letzte Stueck bis zur Wohnung fahren und wunderte mich ein wenig ueber das seltsame Drehmanoever was der Fahrer vor unsere Tuer unternahm. Weil mir alles so seltsam vorkam, warf ich, nachdem ich dem Rikscha-Wala die Kohle geeben hatte, noch einen Blick in meine Tasche und siehe da, mein Gefuehl war richtig: Kamera weg!!! Shit! Also hab ich erstma den Fahrer zu Rede gestellt! Doch der beteuerte seine Unschuld zutiefst und auch in dem abschliessbaren Fach, wo die Fahrer Papiere usw aufbewahren, war nichts zu finden! Statt dessen war der Typ davon ueberzeugt, dass mein israelischer Mitfahrer die Kamera enthaben muss und schlug vor zurueck zum Hotel, wo wir ihn rausgelassen haben, zu fahren. So richtig glaubte ich nicht an die Version, aber der Fahrer meinte sogar gesehen zu haben wie der Isreali mich beklaut habe. ALso ab nach Paraganj! Auf dem Weg mussten wir noch tanken und dazu muessen Insassen der Rikscha immer aussteigen. Als der Fahrer mich allerdings bat, schon ca. 30m von der Zapfsaeule entfernt aus dem gruen-gelben Vehikel auszusteigen, insistierte ich und stieg erst direkt am Zapfhahn aus! Mein Glueck! Denn als ich dann noch mal pruefend um die Rikscha herum ging und nach meiner kamera schaute, fand ich sie an den an den Pedalen liegend! Ich war so wuetend, dass ich dem Kerl vor all den Tnakstellenarbeitern eine geknallt uind ihn lauthals angeschrieen habe. Doch der Fahrer wollte mich immernoch von seiner UNschuld ueberzeugen und wollte mir weissmachen, dass die Kamera aus meiner Tasche rausgefallen sein muesste und dann unbemerkt nach vorne gerutscht! Alles klar! Wers glaubt... Da ich nurnoch nach hause wollte und froh war, dass ich mien gutes Stueck wieder hatte und ausserdem die Tanke in the middle of nowhere war, meinte ich einfach, dass er mich nun nach Hause bringen sollte und gut is. Dies tat er dann auch, aber vor unserem Haus schoss er dann noch den Vogel ab, als er schliesslich noch 100 Rupies von mir verlangte fuer die Fahrt zur Tankstelle und zurueck! War einn dreister Vollidiot. Da hab ich ihm nur die Vogel gezeigt (die Geste kennt hier nur leider niemand) und ihn nochmals als cheater bezeichnet und bin angehauen. WOW. Soooo dreist. Erst klauen, dann luegen wie gedruckt und dann auch noch Kohle dafuer verlangen!
Das war dann das Ende des schoenen Trips in die Berge! Seither bin ich wieder viel vorsichtiger was meine Wertsachen angeht! :)
SO nun noch fuer alle, die mal was Abgefahrenes ueber die Indische Braeuche erfahren wollen:
http://www.spiegel.de/video/ und bei der Video-Suche *Baby werfen* eingeben! Das Land is unglaublich!!!!
Viele liebe Gruesse,
Wibbie
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