11 Tage Paradies pur und ausspannen auf Havelock Island, der Hammer! Einzige Gefahr sind nur die vielen, mit einem riesigen Gedonner runterfallenden Kokosnuesse! Das Wort Kopfnuss bekommt da ne ganz andere Bedeutung. Aber angeblich is auf der Insel noch keiner an einer Kokosnuss gestorben... Die Insel ist total winzig und in der Touri-Nebensaison wirklich von der Aussenwelt abgeschnitten. Es gibt nur 2 Strassen, sprich eine Nord-Sued Verbindung und eine von Ost nach West; Chai wird dort mit Milchpulver gekocht, da Milchprodukte nur in der Hauptsaison importiert werden; Internet gibts zwar mittlerweile auch auf der Insel, aber nur von Zeit zu zeit und verdammt langsam, sodass wir uns das lieber gespart haben. Es gab definitiv mehr "Hotels" als wir erwartet haben, alles so kleine Huetten am Strand, aber es waren kaum Touristen vor Ort und viele Hotels machten auch eher einen geschlossenen EIndruck. Im Pristine Beach Resort, welches aus vielen kleinen, total schoenen Bambus-Huetten besteht, hat sich wohl derzeit der komplette Inseltourismus abgespielt. Neben uns waren noch weitere 9 Traveller aus England, Belgien, Irland, Isreal und Deutschland dort eingemietet und nach und nach bildete sich eine richtig nette, kleine Community.
Unsere Bambushuette war quasi direkt am Strand zwischen riesigen Palmen und morgens hat unser Tag, zumindest zu Beginn als das Wetter noch top war, immer mit einem Bad im Meer begonnen. Der Strand war einfach traumhaft- weisser Sand, uebersaeht mit kleinen, weissen Krebsen und 1000en Einsiedler-Krebsen in Schneckenhaeusern, seichtes, tuerkis-blaues Meer, Mangroven, bunte Fischerboote! Am 2. Tag haben wir erstmal einen langen Strandspaziergang gemacht und uns ordentlich den Pelz verbrannt. Die Sonne ist einfach viel intensiver hier und mit der Meeresbrise merkt man kaum wie man verkohlt. Das Meer vor unserer Haustuer war ganz warm und flach wie eine Badewanne und umso toller war unser Trip mit dem Roller an die Ostkueste, wo an diesem Tag richtig hohe Wellen waren. Das einzig nervige waren die Inder, die uns verfolgen und ungehemmt anstarrten, waehrend ihre Frauen am anderen Ende des Strandes im Sari baden gingen. Echt krass. Aber wir fluechteten schliesslich erfolgreich in die naechste Bucht, wo wir bis auf ein paar Havelock-Satelliten-Hunde (spitze Schnautze, riesige abstehende Ohren) und endlos vielen Einsiedlerkrebsen (zeitweise machte es den Eindruck, dass sich der komplette Strand bewegen wuerde) alleine waren. Roller faehrt man hier uebrigens mit einem gelben oder weissen Bauarbeiterhelm. sehr geil! Auf unserer Rollertour sind wir auch in einem kleinen Dorf im Inselinneren gelandet, wo uns die Kids total lieb empfingen und uns ihre Huette (Lehmfussboden, Holzgestell und Bambuswaende) zeigten und uns einen gesamten Strung Mini-Bananen schenkten. Das waren min. 100 Bananen wenn nich mehr. Nur leider voller Ameisen und bis wir den nach Hause gebracht hatten, waren sie auch voellig vermatscht und ich hab sie schliesslich an die Inselhunde verfuettert.
Einen anderen Tag haben wir uns Fahrraeder gemietet, um zum Elephant Beach, einem wunderschoenen Naturstrand, zu gelangen. Es war ganz schoen huegelig und schlauer Weise sind wir mit den 20kg Raeder auch noch durch die Mittagshitze gefahren. Eva war schon kurz vorm aufgeben, wohingegen ich noch einigermassen in Laune war als wir den Punkt erreichten ab dems dann ohne Raeder einen Pfad durch den Dschungel weiter ging. Aber der Weg zog sich ewig, es war heiss und total schwuel, sodass wir durch schwitzen nass waren wie nach einer Dusche. Auf dem Weg befanden sich riesige Elefantenfussstapfen und wir hofften nur, dass es tatsaechlich keine wilden Elfefanten mehr auf der Insel gibt. Gegen Ende des 40 minuetigen Marsches durch den dicht bewachsenen Urwald (barfuss, da meine Schuhe total rutschig waren in dem Matsch), kurz vor Erreichen des schon nicht existend geglaubten Strandes mussten wir allerdings noch durch einen toden, stinkenden, glippschigen Mangroven- Teich. Barfuss. Puh war ecklig! Als wir schliesslich ankamen, waren wir dann doch ganz schoen enttaeuscht als uns nach der Tortour ein 2,m breiter Mangroven-Natur-Strand empfing, der kaum Platz zum Sonnen geschweige denn zum Baden bot. Ausserdem hatten wir zu dem Zeitpunkt schon Horrer vorm Rueckweg. Zum glueck sind wir dann nochma auf die andere Seite dieses stinkenden Sees gewatet und sind zu einem kleinen Platz gekommen, wo 3 Fischerboote angelegt hatten und Indische Touris schwimmen und schnorcheln waren und eine Frau mit Keksen, Chips und Kokosnuessen sogar einen kleinen Kiosk aufgemacht hatten. So geschafft von der Tour und dunkle Regenwolken kommen sehend, war unsere erste Frage, ob wir nicht mit einem der Boote zurueck fahren koennten. Nach einem laengeren Zoegern sagte schliesslich einer der Bootsbesitzer zu. Allerdings wollte er 100Rs/Person von uns. Ich glaube wir haetten jeden Preis gezahlt! Vor allem weil es kurz nachdem wir endlich zum Schwimmen gekommen waren, wie aus Kuebeln zu schiffen anfing. Man konnte keine 20m mehr weit sehen und ein Marsch durch den Dschungel waere unmoeglich gewesen! Als der Regen endlich ein bisschen nachlies, fuhren wir schliesslich mit einer indischen Familie (die bevor sie nach Havelock kam auf Bali Urlaub gemacht hatte), dem jungen Bootbesitzer und seinem Bruder, einem Polizisten, der zum Aufpassen auf die Familie wohl mitgekommen war, zurueck zur Hauptanlegestelle. Die Raeder lagen leider nich auf dem Weg vom Jetty zum Hotel, aber weil wir total durchgefroren und hungrig waren, sind wir ersteinmal zurueck ins Hotel. Frisch geduscht und gestaerkt, ueberlegten wir dann wie wir die Raeder wohl holen koennten als mir ploetzlich auffiel, dass ich den Fahrradschluessel am Strand verloren hatte! Oh man! Aber da wir eh nicht mehr fahren wollten, es immernoch regnete und es auch schon dunkel war, fuhren wir schliesslich mit 2 Rikschas los und brachten es tatsaechlich fertig die Raeder in Rikschas zurueck zu transportieren! Der alte Mann, bei dem wie dir Raeder ausgeliehen hatten, war zum Glueck nicht all zu sauer, dass ich ein abgeschlossenes Rad ohne Schluessel zureuckbrachte und zog mir nur 60Rs (1 Euro) von der Kaution ab. Und lud uns dann auch noch zu nem Chai ein und erzaehlte uns interessante geschichten ueber die Insel und den Elephant Beach. Ich hatte ein bisschen ein schlechtes Gewissen!
Am naechsten Tag gingen wir mit Dafna, Isaac, Olivier und Mike schnorcheln. 1,5 Stunden fuhren wir in einem Fischkutter zwischen lauter kleinen Inseln gen Norden zu einem wunderschoenen Korallenriff. So geile Farben und Formen- unglaublich! Und die vielen Fische in allen Groessen, Mustern und Farben! WOW!!! Anschliessend sind wir noch zu einer kleinen, unbewohnten Insel mit weissem Sandstrand gefahren und haben dort noch n Runde gechillt. Und dann gings in der Nusschale bei ganz schoen krassen Wellen wieder zurueck. Ausgehungert sind wir nach ne Dusche im Resort mit der ganzen Truppe zum ersten mal ins WorldclassRestaurant nebenan Essen gegangen. Familienbetrieb in einer kleinen Holzhuette mit 3 Plastiktischen und 10 Stuehlen und hinten drin kocht die Muddi. Fuer 25 Rs Veg Thali (traditionelles indisches Gericht mit Reis und verschiedenen Gemuese-Curry-Sossen). Unglaublich billig und lecker. Und Pfannkuchen gabs da sogar auch! Ab dem Abend waren wir dort Stammgast.
Ab Donnerstag liess uns dann leider das Wetter im Stich und es regnete fast ununterbrochen! Da es trozdem warm war und wir bei dem Schnorcheltrip viel zu viel Sonne abbekommen hatten, stoerte es erst kaum und wir vertrieben uns die zeit mit lesen. Aber als es dann garnicht mehr besser wurde, waren Eva und ich schliesslich recht froh am Samstag Tschuess sagen zu muessen. Nur leider wurde aus der Abreise nix, da es nach 1,5 Stunden Warten auf die Faehre von PortBlair hiess, dass die Faehre aufgrund der Wetterverhaeltnisse umkehrt sei, zurueck zur Hauptinsel. Son Scheiss! Das bedeutete, dass wir unseren Flug am naechsten morgen nicht erreichen werden. Mit einer total schlechten, andauerend zusammenbrechenden Telefonverbindung und SMS konnten wir gluecklicher Weise den Flug durch unseren travel Agent in Delhi unseren Flug noch umbuchen! puh!
Der weitere letzte Abend auf der Insel mit den anderen Travellern war total schoen und wir sassen bis 3 noch zusammen und haben gequatscht!
Am Sonntag nahmen wir dann gleich das erste Boot um auf Nummer Sicher zu gehen, dass wir auch wirklich vor Dienstag in PortBlair sind fuer den neuen Flug. Dieses Boot fuhr dann auch, aber wir konnten nun gut verstehen, dass das Boot am vorigen Tag umgedreht ist. Obwohl das Wetter viel besser war als am Vortag, war krasser Seegang und die winzige Faehre schaukelte abartig. Ich hab noch nie sowas erlebt und noch nie war mir auf nem Boot soo schlecht! Drinnen haben sich einige Leute uebergeben und auch ich hab ueber Reling das Meer gesegnet! Ich war so froh als wir endlich von dem Boot runterkonnten! Aber trotz festem Untergrund, bin ich mental noch ne ganze Weile weiter Boot gefahren. oh man...
Den heutigen Tag haben wir nur hier in PortBlair im Internetcafe verbracht, um uns auf den neusten Stand der Dinge zu bringen, emails zu schreiben usw! Morgen Frueh fliegen wir dann nach Kolkata!
Viele Gruesse
Wibke