Dienstag, 3. Juni 2008

Andaman Islands




Nach einer schoenen letzten Woche in Delhi, die ich hauptsaechlich mit letzten Shoppingtouren verbracht habe, bei denen ich u.a. total geile, alte Bollywood-Movie-Poster erstanden habe (eines davon besteht aus 6 Einzelpostern, die sich zu einem ca. 2mx3m grossen Exemplar zusammen setzen lassen!), haben Eva und ich am Freitagmorgen um 3.30h Delhi vorerst verlassen, um unser erstes Reiseziel, die Adamanen im indischen Ozean, anzusteuern. Von Delhi ueber Chennai flogen wir nach Port Blair, der Hauptstadt der Inselgruppe. Schon vom Flugzeug aus sahen die dicht bewachsenen Inseln mit weissen Sandstraenden traumhaft aus, obwohl man waehrend wir vor der LAndung noch einig Runden drehten, auch sehen konnte, wie der Tsunami 2004 hier sein Unwesen getrieben hatte - verschwundende Kuestenpassagen und Straende und ueberlutetes Hinterland! In Port Blair eine Unterkunft zu finden, erwies sich schwieriger als gedacht, da bedingt durch die indischen Sommerferien viele indische Touristen auf der Insel Urlaub machen. Als wir dann endlich ein (recht teures) Zimmer gefunden hatten, fielen wir erstmal in einen Tiefschlaf, weil wir ja nur wahrend der Fluege ein wenig gedoest hatten. Abends sind wir noch in einem kleinen Restaurant etwas ausserhalb der Stadt direkt am Strand was essen gegangen...
Samstag stand dann die MIssion "Roller mieten" auf dem Programm. Im Reisefuehrer war auch ne Adresse angegeben, aber diese war nich aufzufinden! Unser Rikschafahrer tingelte letztlich fast 2 Stunden mit uns durch POrt Blair, um einen Laden zu finden, der nicht nur Motorraeder, sondern auch Scooter ausleiht. Sobald wir unsere kleinen Hondas endlich hatten, machten wir uns auch direkt auf den Weg die Umgebung zu erkunden und fuhren von der Ostkueste an die Westkueste ins 30km entfernte Wandoor, wo uns ein toller Naturstrand erwartete. Die Fahrt dort hin war der Hammer! Durch kleine abgelegene Doerfer mit bunten Holzhaeusern, vorbei an endlos vielen Seen und durch dschungelartige Waelder! WOW! Besonders krass fand ich die die vielen Seen aus denen haufenweise abgestorbene Baeume und Palmstumpfe herausragten. Es hatte was mysthisches, sah irgendwie Friedhofartig aus. Uns ist auch immernoch nicht so ganz klar wie das zu stande gekommen sein konnte, obs tote Mangroven oder vom Tsunami ueberflutete Gebiete sind?! Unterwegs sind die Leute auch voll ausgerastet als sie uns 2 foreigner-Girls auf unseren Rollers gesehen haben; das passiert hier wohl nicht so oft! Auch in Port Blair kann man die weiteren weissen Touristen womoeglich an einer Hand abzaehlen, sodass sich hier auch jeder nach uns rumdreht und schnell seine Kumpels und Kinder anstoesst, damit auch sie noch schnell einen Blick auf die Weissen werfen koennen. Und dass Eva Hind spricht, finden sie natuerlich alle obertoll!
Sonntag hab ich mich alleine auf den Weg gemacht, weil Eva aergerlicher Weise ihre Bachelor-Arbeit in Delhi nicht fertig stellen konnte und somit hieren Pc mitgenommen hat und nun hier, bevors auf die Internetlose Havelock Island geht, noch ein paar Stunden im Internetcafe verbringen muss. Ich bin mit dem Boot auf Ross Island uebergesetzt, direkt vorm Hafen Portblairs, wo die Englaender ab Mitte des 19. Jh. ihren Verwaltugssitz hatten und was heute ein beliebtes Ausflugs-Picknick-Ziel fuer die Einwohner PBs ist. Die Insel ist nicht gross. innerhalb eine Stunde war ich einmal herum gelaufen und konnte mir ein gutes Bild machen, wie die Englaender hier bis 1945 einen auf dicke HOse gemacht haben. Von verwaltungsgebaeuden, ueber schicke Wohnhaeuser,TennisCourt, Baeckerei bis hin zur eigenen Zeitungsdruckerei hatten die dort alles! Mittlerweile sind die Gebaeude total verfallen und bewachsen und viele Wege und Kuestenteile auch wieder duch den Tsunami heruntergebrochen! Die indischen SOnntagsausfluegler waren wieder sehr an mir interssiert und luden mich ein, mit ihnen zu picknicken, sodass ich zu leckren suedindischen Idlis (reisfladen) mit Gemuesesosse kam. Auf den Andamanen leben viele Settlers aus TamilNadu, Orissa oder Kalkutta! Irgendwie krass auf diese abgelegenen Inseln auszuwandern, um Arbeit zu finden!
Montag Morgen sind wir frueh aufgestanden und direkt mit den Rollern los nach BambooFlat, ein Dorf, das mit der Faehre von PB in 15 min zu erreichen ist, aber der Landweg fast 50 km betraegt und somit 2 Stunden mim Roller dauert. Wieder gings durch beeindruckende Landschaften und ich konnte mich kaum satt sehen. Es hat so Spass gemacht mit den Rollern dort lang zu fahren und Eva und ich sind soo froh, dass wir die Rollersuche am Samstag nicht fruehzeitig abgebrochen hatten! BambooFlat ist ein kleiner, sehr indisch-urban wirkender Ort mit Hafen, der keinen wirjklich schoenen PLatz zum Fruestuecken bot. NAch nem Chai in einem kleinen Kabuff, fuhren wir noch weiter zum MOunt Harriet an der Kueste an vielen bunten Fischerbooten vorbei und durch Nationlparkdschungel zu einem tollen Aussichtspunkt in einem unglaublich schoenen Garten im englischen Style! Zurueck nach PB nahmen wir von BambooFlat aus die Faehre!~ Geiler Trip!~
Heute war ein ruhigerer Tag - eva ist immernoch am tippen und ich war im Jail-Museum (das Gefaengnis mit fast 700 Zellen hatten die Englaender fuer aufstaendige Freiheitskaempfer gebaut) und im Anthropologie-Museum, wo man viel Interessantes ueber die Stammesbevoelkerungen der Andamanen und Nicobaren erfahren konnte!
Ansonsten habe ich heute noch versucht in der 100.000 Einwohnerstadt einen Buchladen zu finden, was mir nicht gelungen ist. Total Krass, hier gibts nur Schulbuecher (in Englisch) und ein Paar Romane in Hindi .Thats it! Aber auf Havelck Island, was wohl wirklich winzig ist, solls angeblich nen Buchladen geben. Ich bin gespannt, aber vll hat ja jm wirklich die Marktluecke entdeckt auf der Insel, wo die meisten Leuten nur zum Tauchen und Hintern in die Sonne strecken hinkommen!
MOrgen Mittag setzen wir dann schliesslich ueber nach Havelock Island! Juhuuuu! Das naechste mal werd ich mich dann wohl in ca 2 Wochen von Kalkutta aus melden!

Liebe Gruesse vom Ende der Welt!

~wibke~

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