Sonntag, 24. August 2008

Vom Regen in den Monsun


Man, die Zeit vergeht im Flug! Fast 4 Wochen sind wir nun schon zu dritt unterwegs und die Vielfalt die uns Indien ma wieder bietet ist unglaublich!!!
Zunaechst sind wir nach Shimla, einer ehemaligen Hill-Station der Englaender, gefahren. Auf 2200 Meter habe sich die Tommies im Sommer aus dem heissen Delhi gefluechtet und sich dort ein little Britain aufgebaut. Viktorianische Kirche zwischen tiefgruenenTannen, Einkaufsstrasse im englischen Stil... und das Wetter- Nebel, Nieselregen, knapp 20 Grad - hat auch super gepasst. Heutzutage ist der Ort ein Rueckzugsort fuer die Upperclass-Inder und man kann dort richtig teuer im Hotel wohnen und shoppen!
Nach dieser Exkursion sind wir nach Dharamshala gefahren, wo wir extra ein wenig mehr Zeit eingeplant hatten, um u.a. einen 2-tages Trek durchs Himalaya zu machen! Leider hat uns das Wetter einen ordentlichen Strich durch die Rechnung gemacht und es hat taeglich min. 6 Stunden wie aus Kuebeln geschuettet. Noch nie hab ich so einen Regen erlebt! Also haben wir die meiste Zeit in Baghsu- ein von Israelis eingenommes Hippie-Dorf- abgehangen, gelesen, gespielt und den "German Bakeries" gefroent... Ein anderes Highlight sollte natuerlich die Besichtigung der Exilheimat des Dalai Lamas sein! Leider wurden wir da ein wenig enttaeuscht, denn bei dem 70er Jahre Klotz kommt kaum tibetisches Flair auf. Wahrscheinlich hat wohl keiner erwartet, dass man solange im Exil wohnen wird...Aber viele Moenche und Nonnen in ihren dunkelroten Kutten sind dort oben schon rumgelaufen!
Und indisch kochen koennen Clara und ich nun, naja zumindest 2 Gerichte, denn einen Vormittag haben wir einen Indisch-Kochkurs gemacht.
Auf dem Rueckweg nach Delhi haben wir noch den goldenen Tempel in Amritsar angeschaut, das Prachtstueck der riesigen Sihk- Gemeinschaft im Bundesstaat Punjab! Und die Grenzschliessungszeremonie an der Indisch-Paktistanisches Grenze haben wir noch mitgenommen. Wow, was ein Affentheater! Voellig uebertriebenes Maschieren in lustigen Uniformen auf beiden Seiten; die zahlreichen Zuschauer angespornt sich mit Hindustan- und Pakistan - Rufen zu uebertoenen. Ganz schoen strange Stimmung da. Irgendwie auch total bescheuert und lustig...
In Delhi haben wir dann Eva und Jean wieder getroffen, was total schoen war und ich konnte Clara und Arne gut zeigen, wie ich die Stadt in den 3,5 Monaten kennen gelernt hatte und vor allem die enormen Kontraste praesentieren! Hat total Spass gemacht! Haben auch nochma nen ordentlichen Monsunregen abgekommen, sodass wir die Rikscha an den Seiten mit Regenschirmen "schliessen" mussten und einmal ist der Motor so abgesoffen, dass im stroemenden Regen angeschoben werden musste...
seit 2,5 Wochen sind wir nun in Suedindien unterwegs, was wieder so sounterschiedlich zu dem, was ich bisher gesehen hatte, ist. Man merk Wohlstand, Bildung, Tourismus total: Es ist vergleichweise sauber und aufgeraeumt, weniger Armut, die MEnschen sprechen viel besser englisch und die Touri-Orte sind quasi mega-professionell! Und Flora und Fauna sind auch wiedre total anders- viel tropischer! Ueberall Palmenwaelder, Seen... Im gegensatz zum Norden haben wir hier bisher total Glueck mim Wetter und alle Leute, die uns vorher fuer verrueckt erklaert haben zu dieser Zeit nach Kerala zu fahren, haben keine Ahnung! Ab Mitte August hoert hier der Monsun verlaesslich auf! Nach der Metropolen-Erfahrung in Delhi haben wie erstma ein paar Tage in Varkala am Strand verbracht! Tagsueber schoen sonnen und lesen und abends frischen Frisch essen! Kann man sich gefallen lassen. Solange einem nich ne Graete im Hals stecken bleibt! Die musste dann naemlich in meinem Fall nach 2 Tagen von nem indischen Doc ausm Rachen gezogen werden... jaja, passieren schon komische Sachen...
Dann haben wir eine Backwater-Tour gemacht, was soviel heisst wie Hausboottour in riesiger Seenlandschaft, bei der man super das traditionelle Leben der Einheimischen dort beobachten konnte. Unvorstellbar wie wie dort zwischen Seen und ueberschwemmten Reisfeldern auf winzigen Daemmen gelebt wird und es richtige Doerfer gibt. Tempel, zahlreiche Kirche und der Verkehr geschieht einzig ueber Wasser. Selbst der Haushaltswaren-Laden schipperte in nem kleinen Kutter an uns vorbei!
Wieder an Land gings nach Kochi, eine wunderschoene Halbinsel, die sowohl von Chinesen als auch von Hollaendern und Portugiesen in der Vergangenheit eingenommen worden war und alle haben ihre spuren hinterlassen. Chinesische Fischernetze, hollaendischer Palast und Portogisisches Haendlerviertel! Alles ist vegleichweise gut in Stadt gehalten und heutzutage ist dort eine Kuenstler-Szene vertreten und ueberall gibt es schoene Kunst-Cafes wie sie z.b. in Freiburg fehlen! ;)
Nach langen ueberlagen sind wir dann noch nach Munnar gefahren, um die Teeplantagen zu besichtigen! Wir konnten uns so lange nicht entscheiden, weil wir Angst vor schlechtem Wetter in den Bergen hatten, was aber letztlich voellig unbegruendet war. Bei top Wetter und wunderbarer Ruhe durch den Kerala-weiten Generalstreik sind wir einen ganzen Tag durch die Teeplantagen gestiefelt. Wow, hier macht Geo also also seine Bilder! Echt der Hammer!
Nach einer fast 24-stuendigen Reise mit Bus und Bahn sind wir dann vorgestern in Panaji in Goa angekommen. Der Ort war entgegen den Lonely Planet Beschreibungen nicht so die Oase und nachdem wir dann von dort aus die vielen portogisischen Kirchen in Old Goa (Stadt) angeschaut hatten, sind Clara und ich weiter nach Hampi und Arne schon mal an den Strand, wo wir ihn dann am Mittwoch wieder treffen!
Mal schauen von woaus ich mich das naechste mal melde - in 2,5 Wochen bin ich ja schon wieder in good old Germany. Unvorstellbar. Aber ich freu mich auch schon!

bis dahin,

wibs

Montag, 4. August 2008

Camel come, dinner ready








Ja, seit 2 Wochen is Arne nun hier und es macht Spass nicht mehr alleine unterwegs zu sein. ALs ich zwischenzeitlich als vermisst gemeldet wurde, war ich mit Arne in Rajasthan unterwegs, wo Email und Telefonkontakt etwas rar war. Zuerst habe ich Arne gleich noch am Tag als er ankam zu ner NAchtzugfahrt verholfen, um gleich ma richtig ins Reiseland Indien einzusteigen. Es ging nach Udaipur, die weisse Stadt Rajasthans. Wobei Stadt etwas uebertrieben is im indischen Sinne, da Udaipur lediglich knapp 400 000 EInwohner hat. Dementsprechend wars es ganz schoen ruhig und gechillt, was vor allem nach dem Tag Delhi fuer Arne sehr angenehm war. Das indische Staedtegewusel war ihm doch was zu viel. :) Mit einem gluecklichen HAendchen haben wir auch auf Anhieb ein wunderschoenes, billiges Hotel im leichten Orientstil mit Dachterasse gefunden. Dort im Schatten liessen sich dann auch die ueber 40 grad am Mittag ganz gut aushalten. Hauptattraktion in Udaipur sind die Palaeste, die unter der Herrschaft der Mogulen im 16./17. Jh. um einen kuenstlich angelegten See gebaut wurden. Leider war der Monsun dieses Jahr noch nicht ausreichend, sodass der ehemalige Sommerpalast, der mittlerweile zu einem sauteueren Hotel umfunktioniert worde ist (irgendwie muss ja der derzeitige Maharaja ja zu Kohle kommen), leider nicht in einem blau schillernden See glaenzt, sondern eher in nem gruendlichen Tuempel... Trotzdem wars noch ein wunderschoener Anblick von unserer Hotelterasse, speziell bei Sonnenuntergang. Einen Abend waren wir einer traditionellen Tanzshow, wo ein Tanzeinlage u.a. mit 10 Wasserkruegen aufm Kopf vollzogen wurden, wow.


Nach Udaipur haben wir auf dem Weg nach Jaisalmer einen kleinen Abstecher in Jodhpur gemacht, der blauen Stadt Rajasthans. Die DIREKTfahrt dorthin im Bus entpuppte sich zu 7 Stunden Stop and Go und als Megageschreie in jedem Ort, wo man noch mehr Leute in den Bus einzuladen hoffte... Indien pur- und fuer mich die Erkenntnis dass mich Indien, gerade im Vergleich mit Arne, schon einiges an Geduld gelehrt hat. Da wir gleich am naechsten Tag weiter Richtung Wueste fahren wollten und unsere Verdauung unseren Zeitplan beherrschte, haben wir in Jodhpur nur nen kurzen Blick von der Burg auf die schoene, blaue Altstadt geworfen und ansonsten nich so viel gesehen ...

Auf der Fahrt gen Pakistan nach Jaisalmer konnte man dann richtig zusehen, wie die Landschaft immer karger und steiniger wurde. Und trotzdem immer wieder kleine Doerfer und Siedlungen. Jaisalmer, die goldene Stadt, da die Gebauede dort hauptsaechlich aus gelben Sandstein genbaut wurden/werden, ist bekannt fuer sein Fort, auf einem dreieckigen Felsen errichtet, und Kamel-Safaris. Und die Kamelsafari war dann auch gleich das erste was wir in Jaisalmer fuer die naechsten 2 Tage klar machten. So gings nach einer NAcht in einem megaheissen Hotelzimmer, was einem kaum schlafen liess, morgens mit dem Jeep Richtung Wueste und Kamele los. NAch 40 min hielten wir im Niemandsland, wo wir auch gleich unseres Kameltreiber und Guide mit den 3 Kamelen trafen! Bei unserem Guide handelte es sich um einen total netten und lustigen, ca mitte 50-jaehrigen Rajasthani, der noch ganz traditionell in weisser Kurta und bunten Turban unterwegs war. Sein Englisch war zwar nicht von Grammatik gesegnet, aber dafuer dass er niemals schreiben und lesen in seiner Muttersprache und Englisch nur durch Touristen gelernt hatte, konnte wir uns gut mit ihm verstaendigen und er erklaerte uns einiges ueber seine Kultur, die Kamele und sein Leben. Als die Kamele Abends frei herumliefen, um in der kargen Umgebung zu grasen und unser Fuehrer ploetzlich komische Ruflaute von sich gab, erklaerte er mir es so viel bedeute wie: Camel come, dinner ready! Oder dass Bananen schnell matschig wurden beim Transport, wurde mit "Banana no long life, banana dead!" beschrieben. Total geil!

Mittags uns abends wurde von unserem Englisch-Master dann mitten in der Wueste bekocht und das Gemuese, der Reis und die Chapatis ( Brotfladen), alles ueberm offenen Feuer gekocht, waren richtig lecker, wenn auch etwas sandig.

Die Nacht haben wir mitten der Wueste auf einer Art Feldbett verbracht. WOW, was ein Sternenhimmel mit Sternschnuppenbombardements! Aber der WInd bliess uns auch ganz schoen den Sand um die Ohren! An naechsten morgen gabs dann zum Sonnenaufgang Chai ans Bett bevor wir uns dann nochmal fuer 4 Stunden auf unsere Kamele schwungen. So langsam wurden allerdings die Prophezeiungen war und unsere HIntern und Beine fingen an zu schmerzen von dem bumpy ride, sodass wir froh waren als wir Mittagspause an einer Art Oase machten, in der die KAmele baden gingen, die Kuehe reinpinkelten und von der die Kameltreiber und Schafshirten tranken... Das nenn ich ma nen robuste Magen! Nachmittags ritten wir nochma fuer ne Stunde bevors mim Jeep wieder zurueck nach Jaisalmer ging. Voellig platt vom reiten und der vielen Wuestensonne ging an dem Abend nich mehr viel...
Sonntags sind wir vormittags noch das Fort anschauen gegangen, was wirklich schoen und interessant war, aber es war bullig heiss und somit nicht sooo geniessbar. Die Locals meinten, dass die HItze ein Vorbote von Regen sei, was wir uns bei der Duerre und bei 45 grad kaum vorstellbar war. Doch als wir dann um 16h im NAchzug nach Delhi sassen, wurden wir eines besseren belehrt. Erst kam ein enormer Sandsturm auf und versah den gesamten Zug durch die offenen Fenster mit einer Sand-und Staubschicht und durch den vielen Sand in der Luft konnte man kaum mehr ans Ende des Abteils blicken. Ne halbe Stunde spaeter gabs dann nen heftigen Monsunregen, welcher die Staubschicht im Zug in eine Matschschicht verwandelte. Die Fenster in der untersten KLasse lassen sich nich wirklich 100% schliessen...
Total klebirg, sandig und stinkend kamen wir dann am naechsten MIttag nach 20 Stunden Zugfahrt in Delhi, in meiner alten WG an, wo uns toller Weise Eva empfing. NAch der erloesenden Dusche verbrachten wir den Rest des Tages mit ausspannen, erzaehlen von den verschiedenen Trips der letzten Wochen und McDonalds Delivery Burgern. MMH!
DIenstags kam dann Clara und zur Zeit sind wir in den Bergen in der Naehe von Dharamshala, wo der Dalai Lama im Exil wohnt. Mehr Infos folgen....
die WIBKE