Montag, 4. August 2008

Camel come, dinner ready








Ja, seit 2 Wochen is Arne nun hier und es macht Spass nicht mehr alleine unterwegs zu sein. ALs ich zwischenzeitlich als vermisst gemeldet wurde, war ich mit Arne in Rajasthan unterwegs, wo Email und Telefonkontakt etwas rar war. Zuerst habe ich Arne gleich noch am Tag als er ankam zu ner NAchtzugfahrt verholfen, um gleich ma richtig ins Reiseland Indien einzusteigen. Es ging nach Udaipur, die weisse Stadt Rajasthans. Wobei Stadt etwas uebertrieben is im indischen Sinne, da Udaipur lediglich knapp 400 000 EInwohner hat. Dementsprechend wars es ganz schoen ruhig und gechillt, was vor allem nach dem Tag Delhi fuer Arne sehr angenehm war. Das indische Staedtegewusel war ihm doch was zu viel. :) Mit einem gluecklichen HAendchen haben wir auch auf Anhieb ein wunderschoenes, billiges Hotel im leichten Orientstil mit Dachterasse gefunden. Dort im Schatten liessen sich dann auch die ueber 40 grad am Mittag ganz gut aushalten. Hauptattraktion in Udaipur sind die Palaeste, die unter der Herrschaft der Mogulen im 16./17. Jh. um einen kuenstlich angelegten See gebaut wurden. Leider war der Monsun dieses Jahr noch nicht ausreichend, sodass der ehemalige Sommerpalast, der mittlerweile zu einem sauteueren Hotel umfunktioniert worde ist (irgendwie muss ja der derzeitige Maharaja ja zu Kohle kommen), leider nicht in einem blau schillernden See glaenzt, sondern eher in nem gruendlichen Tuempel... Trotzdem wars noch ein wunderschoener Anblick von unserer Hotelterasse, speziell bei Sonnenuntergang. Einen Abend waren wir einer traditionellen Tanzshow, wo ein Tanzeinlage u.a. mit 10 Wasserkruegen aufm Kopf vollzogen wurden, wow.


Nach Udaipur haben wir auf dem Weg nach Jaisalmer einen kleinen Abstecher in Jodhpur gemacht, der blauen Stadt Rajasthans. Die DIREKTfahrt dorthin im Bus entpuppte sich zu 7 Stunden Stop and Go und als Megageschreie in jedem Ort, wo man noch mehr Leute in den Bus einzuladen hoffte... Indien pur- und fuer mich die Erkenntnis dass mich Indien, gerade im Vergleich mit Arne, schon einiges an Geduld gelehrt hat. Da wir gleich am naechsten Tag weiter Richtung Wueste fahren wollten und unsere Verdauung unseren Zeitplan beherrschte, haben wir in Jodhpur nur nen kurzen Blick von der Burg auf die schoene, blaue Altstadt geworfen und ansonsten nich so viel gesehen ...

Auf der Fahrt gen Pakistan nach Jaisalmer konnte man dann richtig zusehen, wie die Landschaft immer karger und steiniger wurde. Und trotzdem immer wieder kleine Doerfer und Siedlungen. Jaisalmer, die goldene Stadt, da die Gebauede dort hauptsaechlich aus gelben Sandstein genbaut wurden/werden, ist bekannt fuer sein Fort, auf einem dreieckigen Felsen errichtet, und Kamel-Safaris. Und die Kamelsafari war dann auch gleich das erste was wir in Jaisalmer fuer die naechsten 2 Tage klar machten. So gings nach einer NAcht in einem megaheissen Hotelzimmer, was einem kaum schlafen liess, morgens mit dem Jeep Richtung Wueste und Kamele los. NAch 40 min hielten wir im Niemandsland, wo wir auch gleich unseres Kameltreiber und Guide mit den 3 Kamelen trafen! Bei unserem Guide handelte es sich um einen total netten und lustigen, ca mitte 50-jaehrigen Rajasthani, der noch ganz traditionell in weisser Kurta und bunten Turban unterwegs war. Sein Englisch war zwar nicht von Grammatik gesegnet, aber dafuer dass er niemals schreiben und lesen in seiner Muttersprache und Englisch nur durch Touristen gelernt hatte, konnte wir uns gut mit ihm verstaendigen und er erklaerte uns einiges ueber seine Kultur, die Kamele und sein Leben. Als die Kamele Abends frei herumliefen, um in der kargen Umgebung zu grasen und unser Fuehrer ploetzlich komische Ruflaute von sich gab, erklaerte er mir es so viel bedeute wie: Camel come, dinner ready! Oder dass Bananen schnell matschig wurden beim Transport, wurde mit "Banana no long life, banana dead!" beschrieben. Total geil!

Mittags uns abends wurde von unserem Englisch-Master dann mitten in der Wueste bekocht und das Gemuese, der Reis und die Chapatis ( Brotfladen), alles ueberm offenen Feuer gekocht, waren richtig lecker, wenn auch etwas sandig.

Die Nacht haben wir mitten der Wueste auf einer Art Feldbett verbracht. WOW, was ein Sternenhimmel mit Sternschnuppenbombardements! Aber der WInd bliess uns auch ganz schoen den Sand um die Ohren! An naechsten morgen gabs dann zum Sonnenaufgang Chai ans Bett bevor wir uns dann nochmal fuer 4 Stunden auf unsere Kamele schwungen. So langsam wurden allerdings die Prophezeiungen war und unsere HIntern und Beine fingen an zu schmerzen von dem bumpy ride, sodass wir froh waren als wir Mittagspause an einer Art Oase machten, in der die KAmele baden gingen, die Kuehe reinpinkelten und von der die Kameltreiber und Schafshirten tranken... Das nenn ich ma nen robuste Magen! Nachmittags ritten wir nochma fuer ne Stunde bevors mim Jeep wieder zurueck nach Jaisalmer ging. Voellig platt vom reiten und der vielen Wuestensonne ging an dem Abend nich mehr viel...
Sonntags sind wir vormittags noch das Fort anschauen gegangen, was wirklich schoen und interessant war, aber es war bullig heiss und somit nicht sooo geniessbar. Die Locals meinten, dass die HItze ein Vorbote von Regen sei, was wir uns bei der Duerre und bei 45 grad kaum vorstellbar war. Doch als wir dann um 16h im NAchzug nach Delhi sassen, wurden wir eines besseren belehrt. Erst kam ein enormer Sandsturm auf und versah den gesamten Zug durch die offenen Fenster mit einer Sand-und Staubschicht und durch den vielen Sand in der Luft konnte man kaum mehr ans Ende des Abteils blicken. Ne halbe Stunde spaeter gabs dann nen heftigen Monsunregen, welcher die Staubschicht im Zug in eine Matschschicht verwandelte. Die Fenster in der untersten KLasse lassen sich nich wirklich 100% schliessen...
Total klebirg, sandig und stinkend kamen wir dann am naechsten MIttag nach 20 Stunden Zugfahrt in Delhi, in meiner alten WG an, wo uns toller Weise Eva empfing. NAch der erloesenden Dusche verbrachten wir den Rest des Tages mit ausspannen, erzaehlen von den verschiedenen Trips der letzten Wochen und McDonalds Delivery Burgern. MMH!
DIenstags kam dann Clara und zur Zeit sind wir in den Bergen in der Naehe von Dharamshala, wo der Dalai Lama im Exil wohnt. Mehr Infos folgen....
die WIBKE

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